„Gutes“ Anthropozän: Die neue Umweltbewegung führt in die Katastrophe


Clive Hamilton, © Allen & Unwin / CC-by-SA-3-0 CC BY-SA
So genannte Ökopragmatiker behaupten, die Menschheit könnte ein „gutes“ Anthropozän erschaffen. Sie unterliegen einem fatalen Irrtum, meint der Ethikprofessor Clive Hamilton von der Charles Sturt University in Canberra.

Von Clive HamiltonSpektrum.de

Vor 14 Jahren platzte dem berühmten Atmosphärenforscher Paul Crutzen auf einer wissenschaftlichen Konkurrenz in Mexiko frustriert das Wort Anthropozän heraus – er drückte damit seine Verzweiflung angesichts des riesigen Ausmaßes menschlicher Umweltschäden auf der Erde aus. So umfassend sei der Einfluss der Menschheit, schrieben Crutzen und seine Kollegen, dass der Planet in einer neuen geologischen Epoche angelangt wäre, die durch eine einzige, verstörende Tatsache definiert wird: Die „Beeinflussung der Umwelt durch die Menschen ist heute so umfassend geworden, dass sie mittlerweile auf einer Ebene mit den großen Kräften der Natur steht, die die Funktion der globalen Ökosysteme bestimmen“.

Crutzens Behauptung wird durch zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse gestützt; alle drehen sich um die weit reichenden und langfristig nicht umkehrbaren Veränderungen, die der Klimawandel mit sich bringt. Doch so schnell sich die Bezeichnung „Anthropozän“ durchsetzen konnte, so schnell revidiert so mancher dessen Bedeutung und verzerrt seine Begleiterscheinungen.

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