Konfessionelle Spaltung des Islam: Wie Sunna und Schia getrennte Wege gingen


Von Kurt Westergaard
Von Kurt Westergaard
Warum hassen sich die Sunniten und Schiiten im Irak? Die Antwort liegt knapp 1400 Jahre zurück. Doch der Wahnsinn wirkt bis heute und wird immer schlimmer. Die mächtigen Paten der beiden Konfessionen nutzen das für ihre Interessen.

Von Tom Garusn-tv

Wir alle streiten, das ist menschlich. Nicht zwangsläufig aber muss ein Streit in einer Feindschaft enden. Wenn die Gräben zu tief sind, wenn Vorwürfe zu schwer wiegen oder wenn der Streitpunkt nur am Leben erhalten wird, weil zwei Mächte um ihren Einfluss kämpfen, dann entwickelt Streit eine Eigendynamik, die in Hass umschlagen kann. Genau das ist im Nahen Osten passiert, wo sich Sunniten und Schiiten seit knapp 1400 Jahren niedermachen – und alles wegen einer Meinungsverschiedenheit.

Der Prophet Mohammed, der Gründer des Islam, starb überraschend im Jahr 632. Vor seinem Tod hatte er nicht geregelt, wer sein Nachfolger an der Spitze der neuen Glaubensgemeinschaft werden sollte. Zu dieser Zeit gab es noch keine Teilung in Sunniten und Schiiten. Erst mit dem Tod Mohammeds war ein Vakuum aufgerissen, das den gewaltigen theologischen Konflikt anziehen musste. Denn die Nachfolge Mohammeds an der Spitze der Muslime war nicht geklärt.

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