Islam-Rabatt vor Gericht


Jedes Gerichtsurteil gründet auf Wertvorstellungen, die die Gesellschaft vorgibt Foto: ssalonso | CC-BY-NC-SA 2.0
Vor ziemlich genau einem Jahr hat ein Muslim seinen Nachbarn nach einem Streit getötet. Ein Gericht bescheinigte dem Täter verminderte Schuldfähigkeit, da er aufgrund des Fastenmonats Ramadan vor der Tat wenig gegessen hatte. Zeigt der Fall, das deutsche Gerichte einen „Islam-Rabatt“ gewähren, wie manche Medien meinten?

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Am 15. Juli 2013 tötete in der kleinen Gemeinde Wellendingen in Baden-Württemberg ein 39-Jähriger seinen 43-jährigen Nachbarn mit neun Schüssen. Die Tat ist der Höhepunkt eines zweijährigen Streits um Grundstücksgrenzen, Durchfahrtsrechte und Umbaumaßnahmen. Knapp neun Monate später verurteilten die Richter des Landgerichtes Rottweil den geständigen Täter zu zwölf Jahren Gefängnis. Zwar sahen sie in dem Vergehen nicht nur einen „Totschlag“, sondern einen „Mord“, auf den normalerweise lebenslange Haft steht. In ihrem Urteil berücksichtigten sie aber eine verminderte Schuldfähigkeit des Täters: Als gläubiger Muslim hatte Mustafa Y. den Fastenmonat Ramadan beachtet und in den 14 Stunden vor der Tat weder gegessen noch getrunken. Ein Gutachter befand über ihn: „Das Opfer hat ihn und seine Familie beleidigt. Außerdem war er stark dehydriert und unterzuckert, deshalb hat er so extrem reagiert.“

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1 Comment

  1. Jeder, der sich mit Alkohol zudröhnt, muss sich vorhalten lassen, dass ein Alkoholrausch enthemmend wirkt, und dass das jeder weiß. Man wird zu Recht sich grobe Fahrlässigkeit vorhalten lassen müssen, wenn man in dem Zustand eine Straftat begeht.

    Wenn es aber islamisch-religiotische Riten sind, die genauso vorhersehbar zu einem vermindert kontrolliertem Zustand führen, gibt es Rabatt. Mit der (Un)Logik hätte ein katholischer Nachbar nach eifrigem THC-Komsum durch stundenlanges Inhalieren von Weihrauch vermutlich auch einen Bonus zugesprochen bekommen. Oder etwa nicht? Oder ein in der christlichen Fastenzeit tatsächlich Fastender?

    Es passt aber ins Bild, wenn exzessive häusliche Gewalt auch schon mal mit (angeblich) religiotischen Sitten entschuldigt wird. Oder wenn solche Oxymorone wie „Ehrenmord“ mittlerweile jedem wie normal von den Lippen kommt.

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