INTERVIEW MIT HAMED ABDEL–SAMAD ÜBER ISLAMISMUS


Hamed Abdel-Samad, Bild: bb
Hamed Abdel-Samad, Bild: bb
Der deutsch-ägyptische Politologe Hamed Abdel-Samad setzt sich kritisch mit dem Islam und Islamismus auseinander – so kritisch, dass radikale Muslime gegen ihn eine Fatwa aussprachen. Seitdem muss er geschützt werden. Mit dem Buchautor, der jetzt auf Einladung der Liberalen Gesellschaft nach Bremen kam, sprach Ben Zimmermann über das jüngste Burka-Urteil, islamistischen Terrorismus und das Erbe des arabischen Frühlings.

WESER KURIER

„Nichts ist mehr stabil“

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat das Burka-Verbot in Frankreich für rechtens erklärt. Ist dies aus Ihrer Sicht ein gutes Urteil?

Hamed Abdel-Samad: Ja. Es gibt auch im Islam kein Gebot, die Burka zu tragen. Sein Gesicht zu zeigen, ist extrem wichtig für die Kommunikation, damit jeder weiß, wer sein Gegenüber ist. Das Tragen der Burka ist ja eine klare Botschaft der Trägerin an die Gesellschaft: Ich will mit euch nichts zu tun haben.

Genau das war auch die Begründung der Richter. Könnte deren Urteil ein Mittel gegen die Ausbreitung eines reaktionären Islam sein?

Hamed Abdel-Samad: Man muss natürlich noch sehr viel mehr tun, beispielsweise in den Schulen. So plädiere ich auch dafür, dass Mädchen unter 16 Jahren kein Kopftuch tragen dürfen.

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