Erich Klausener: Er lobte seine Mörder


Erich Klausener war seit 1928 Leiter der katholischen Aktion | CC BY-SA 3.0 DE: Bundesarchiv, Bild 102-14315
Der glühende Katholik Erich Klausener suchte den Schulterschluss mit den Nazis – doch die sahen in ihm einen Mann des Widerstands. Sein Schicksal spiegelt das ambivalente Verhältnis der katholischen Kirche zum NS-Regime.

Von Ekkehard KlausaZEIT ONLINE

Ende Juni 1934 „säubert“ der deutsche Reichskanzler Adolf Hitler seine Partei im Stalin-Stil: Es geht gegen Parteirebellen wie Gregor Strasser, der Hitler 1932 die Führungsrolle streitig zu machen versuchte, und vor allem gegen die aufmüpfige SA und ihren Chef Ernst Röhm. Zwar plant der beileibe keinen „Putsch“, wie Hitler behauptet, aber sein Schwadronieren von der zweiten, der sozialen Revolution verunsichert und verärgert die konservativen Bündnispartner der NSDAP und die Militärs – und die werden gebraucht.

Die Aktion zielt jedoch nicht allein auf den linken Parteiflügel: Wo man schon einmal beim Morden ist – an die 200 Menschen fallen der SS in der „Nacht der langen Messer“ zum Opfer –, putzt man die ein oder andere konservative Ecke gleich mit aus. So setzt Hermann Göring auch Hitlers Vorgänger als Reichskanzler, General Kurt von Schleicher, samt seiner Ehefrau auf die Todesliste, ebenso den General Ferdinand von Bredow und Vizekanzler Franz von Papens frech gewordenen Redenschreiber Edgar Jung.