My Promised Land. The Triumph and Tragedy of Israel


Das Buch des Haaretz-Journalisten Ari Shavit „My Promised Land. The Triumph and Tragedy of Israel“ wurde in einigen einschlägigen US-Medien überschwenglich besprochen. Trotz seiner Kritik an der falschen Politik Israels, bedient der Autor auch alle Klischees, die sich um die zionistische Bewegung, ihren historisch konstruierten Narrative und die Gründung des Staates Israel ranken.

Von Ludwig WatzalBetween The Lines

Ari Shavit gehört zu so genannten „linken Zionisten“, die von der westlichen Presse verhätschelt werden, obgleich er sich für israelische Verhältnisse sehr weit aus dem Fenster hängt, abgesehen von seinen Kollegen/innen Gideon Levy, Amira Hass, Akiva Eldar und einigen anderen. Ohne das Massaker von Lyyda kein Israel, so Shavits Fazit, ohne die Massaker von Deir Yasin, kein Israel, so das Fazit von Menachem Begin, dessen Terrororganisation Irgun für das Deir-Yasin-Massaker mitverantwortlich war. So viel zur neuen israelischen Sichtweise.
Da auch der Israel-Korrespondent Hans-Christian Rössler eine sehr wohlwollende Besprechung veröffentlicht hat, schrieb ich am 2. Juli folgenden Leserbrief an die Redaktion der FAZ mit der Bitte um Abdruck, der nicht entsprochen worden ist.
„Die sehr positive Besprechung des Buches von Ari Shavit „My Promised Land. The Triumph and Tragedy of Israel“ von Hans-Christian Rössler bedarf einiger Korrekturen. Vielleicht springt es dem Leser nicht sofort ins Auge, aber Shavit gelingt es nicht nur die zionistische Legendenbildung vom fast „leeren Land“ und anderes rhetorisch neu zu verpacken, sondern auch die Grausamkeiten, die durch die zionistische Kolonisierung zur Gründung des Staates Israel geführt haben, als einen tragischen Nebeneffekt einer ansonsten guten Sache schmackhaft zu machen.