Krank­heits­kosten: Einfacher Abzug für alternative Therapie­kosten


Die Kosten für Heileurythmie – hier im Gemein­schafts­kranken­haus Herdecke – bringen Steuer­abzug. Bild: test.de
Eine rückenkranke Pensionärin kann über 1 000 Euro für die heileuryth­mische Behand­lung absetzen – auch ohne ein Attest des Amts­arztes oder Medizi­nischen Dienstes vorzulegen. Das hat der Bundes­finanzhof (BFH) entschieden.

Stiftung Warentest

Das Finanz­amt hatte abge­lehnt, weil nur der Haus­arzt der Frau die Therapie verordnet hatte. Doch das genügt als Nach­weis, urteilten die Finanz­richter. Die Heileurythmie – eine von dem Anthroposophen Rudolf Steiner entwickelte ganz­heitliche Bewegungs­therapie – ist nach dem Sozialgesetz­buch (SGB V) als wissenschaftliche Behand­lungs­methode anerkannt (Az. VI R 27/13).

Tipp: Ausgaben für anthroposophische und homöo­pathische Behand­lungen oder Phyto­therapien können Sie als außergewöhnliche Belastung absetzen, wenn ein Heilpraktiker oder Arzt sie verordnet hat. Nur für nicht anerkannte Methoden wie für eine Frisch- und Trocken­zellenbe­hand­lung oder Sauer­stoff-, Chelat- und Eigen­bluttherapie benötigen Sie ein Attest vom Amts­arzt oder dem Medizi­nischen Dienst. Es muss vor Behand­lungs­beginn ausgestellt werden.

1 Comment

  1. Wenn die Inanspruchnahme gewisser Voodoo-Behandlungen steuerlich abzugsfähig ist schmälert das am Ende die Nettoeinnahmen vieler Quacksalber -> mehr Belege, weniger schwarz…
    Einem HP der mit seiner „Praxis“ so dahindümpelt dürfte das kaum gefallen, eine richtige Buchführung ist ja auch mit Arbeit verbunden.

    Gewiefte Abzocker und Beutelschneider mit kaufmännischer Ader werden jedoch davon profitieren. Leider.

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