Der Tempel in Jerusalem: Nur die Klagemauer ist erhalten geblieben


Klagemauer in Jerusalem, Bild: wikimedia.org/CC BY 3.0
Der erste Jerusalemer Tempel König Salomos wurde Anfang des 6. Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung von den Babyloniern zerstört. Der zweite Tempel entstand dann nach der Rückkehr der Juden aus dem babylonischen Exil und wurde später von Herodes dem Großen prachtvoll ausgebaut. Seit der Zerstörung dieses zweiten Tempels im Jahre 70 durch die Römer ist das Judentum ohne Tempel. Aber er spielt für die Juden immer noch eine wichtige Rolle.

Von Gerald BeyrodtDeutschlandfunk

Seit fast 2000 Jahren gibt es das Gebäude nicht mehr. Doch in Vergessenheit ist der Tempel nicht geraten.

Immer noch beten Juden für seinen Wiederaufbau, so etwa in der Amida, dem wichtigsten jüdischen Gebet. Amida bedeutet der Körperhaltung entsprechend: Gebet im Stehen.

„Habe Wohlgefallen, Ewiger, unser Gott, an Deinem Volk Jisrael und an ihrem Gebet und bringe den Dienst wieder in die Halle Deines Hauses zurück, und die Feueropfer Jisraels und ihr Gebet nimm in Liebe und Wohlgefallen auf, und der Dienst Deines Volkes sei stets zum Wohlgefallen.“

Seit 1948, also seit dem es den Staat Israel gibt, hat niemand ernsthaft versucht, den Tempel wieder aufzubauen. Wollte ihn jemand in seinen ursprünglichen Ausmaßen wieder aufrichten, müssten dafür heute gleich zwei bedeutende Gebäude des Islams weichen: die Al Aksa-Moschee und der Felsendom, also eines der wichtigsten Heiligtümer der Muslime.

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