Gegen alle Vernunft: Warum Homöopathie „wirkt“


Bild: brightsblog
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Welche Kraft steckt tatsächlich in den weißen Zuckerkügelchen? Die Wirksubstanzen sind bis auf Molekülebene verdünnt. Trotzdem setzen mehr Deutsche als jemals zuvor auf Homöopathie, weil sie ihnen hilft. Was wirklich hinter diesem Phänomen steckt.

Von Monika PreukFOCUS ONLINE

Die Deutschen vertrauen mehr denn je auf Homöopathie. Allein für homöopathische Arzneimittel, also vor allem Globuli und Tropfen, gaben sie 2012 rund 400 Millionen Euro aus. Vor wenigen Jahren waren es noch 200 Millionen Euro. Denn viele sind überzeugt: Homöopathie wirkt. Doch das ist bei genauer Betrachtung unerklärlich.

D23 – wie ein Fingerhut voll Bier in zehn Litern Wasser

Die Basis homöopathischer Heilmittel bilden pflanzliche, tierische und mineralische Substanzen. Sie werden mit Milchzucker „zerrieben“, also verdünnt. Die so entstandene Mischung wird stufenweise verwässert. Hohe Verdünnungen, wie etwa D23, enthalten damit so gut wie gar nichts mehr von der Ausgangssubstanz, der so genannten Urtinktur.

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Erfahrungen wichtiger als Studien-Warum die Deutschen auf Homöopathie schwören

1 Comment

  1. »D23 – wie ein Fingerhut voll Bier in zehn Litern Wasser«

    Das musste ich im Originalartikel nachlesen. Tatsächlich, es stimmt, das steht da wirklich! m( m( m(…

    D23 ist eine Verdünnung von 1:10^23! Ein Fingerhut hat deutlich mehr als 1cm³ (typisches Maß ca. 20mm Durchmesser und Höhe; vom niederländischen Flüssigkeitsmaß vingerhoed ganz zu schweigen, das waren 10cm³). Aber sei’s drum, nehmen wir für die Berechnung 1cm³. 10 Liter sind lächerliche 10’000cm³. Dann ist ein Fingerhut voll Bier in zehn Litern Wasser nur „Bier D4“!

    Wollen wir „Bier D23“ erreichen, muss man den kleinen 1cm³ Kinder-Fingerhut Bier in Wahrheit in 10^20 Litern Wasser auflösen. 1000 Liter ist 1m³, also sind die 10^20 Liter gleich 10^17m³. Dann ist also für D24 der 1cm³-Fingerhut Bier in einem Würfel Wasser mit der Kantenlänge 464159m oder mehr als 464km aufzulösen! Anders ausgedrückt: „Bier D23“ erhält man, wenn ein Fingerhut Bier in einer quadratischen Wassersäule mit einer Grundfläche von mehr als 16km×16km, die bis zum Mond reicht aufgelöst wird!

    Will man aber nur einen Eimer (10 Liter) Wasser als Verdünnungsmittel spendieren, muss die Biermenge für „Bier D23“ auf 100nm³ (100 Würfelchen von 1nm Kantenlänge!) reduziert werden. Wie wenig das ist, sieht man wenn man weiß, Virionen (https://de.wikipedia.org/wiki/Viren) haben einen Durchmesser von etwa 15nm. Das Volumen eines Virions (ca. 1’767nm³) ist also ein min. 17mal größeres Volumen, als die Biermenge, die man auf 10 Liter Wasser geben muss, um bei „Bier D23“ zu landen.

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