Warum auch ein Atheist tiefe religiöse Gefühle haben kann


batman_atheistDer amerikanische Philosoph Ronald Dworkin plädiert für ein Umdenken in unserem Verständnis von Religion.

Von Pierfrancesco BasileTages Anzeiger

2011 hielt Ronald Dworkin an der Universität Bern die prestigeträchtigen Einstein Lectures. Da er bald danach starb, konnte er seinen Vorlesungen nicht den letzten Schliff geben. Was er hinterlassen hat, ist allerdings kein Fragment, sondern eine stilistisch reife Abhandlung mit einer provozierenden These: Die Welt wäre ein besserer Ort, wenn wir einsehen würden, wie wenig der Glaube an einen personalen Gott mit wahrer Religiosität zu tun hat.

Denn auch das Leben eines Ungläubigen, meint Dworkin, könne von tiefen religiösen Gefühlen durchdrungen sein. Albert Einstein ist sein Paradebeispiel eines «religiösen Atheisten»: Dieser behauptete zwar, dass Gott nicht würfle; damit meinte er aber lediglich, dass das Universum ein in sich geschlossenes Ganzes sei, das keine Zufälle dulde.

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