Religion oder Rüstung? Die richtigen Fragen im Gaza-Krieg


Bild: AP
Ali Rizvis Artikel „7 Dinge, über die man nachdenken sollte, bevor man sich im Nahost-Konflikt auf eine Seite schlägt“ ordnet die Situation gut ein. Die Kritiken in sozialen Netzwerken kommen dementsprechend von beiden Seiten.

Von Jonas Bedford-Strohm—THE HUFFINGTON POST

Die einen kritisieren, er sei zu pro-israelisch, die andern er sei zu pro-palästinensisch. Insofern bestätigen die Reaktionen Rizvis These, es handle sich um einen tribalen Konflikt, in dem sehr schnell sehr eindeutige Schubladen aufgemacht werden, in die jede Verlautbarung zum Thema ohne großes Getue einsortiert wird. Und insofern ist Rizvis Artikel mit einer spannenden Zweideutigkeit gesegnet und eine erfrischende Verwirrung in einer Situation, in der alle nach der einen einfachen Wahrheit suchen und völlig überfordert davon sind, dass es diese einfache Wahrheit auf den ersten Blick eben schlicht nicht gibt. Allerdings hat Rizvis Artikel blind spots und verarbeitet eine Reihe von Fehlannahmen. Aber der Reihe nach…

Warum wir die einfache Wahrheit lieben

Menschen streben, zumal in (post)modernen Multioptionsgesellschaften mit ihren schier unerfassbaren Zahl an Möglichkeiten und Entscheidungen, nach der einfachen Wahrheit. Das Motto ist: Simple is beautiful. Einfachheit und Eindeutigkeit entlasten. Selbst wenn einem das Ergebnis nicht passt, es ist zumindest klar und man kann sich dazu verhalten. Komplexität und Zweideutigkeit überfordern. Man sucht nach einem klaren Ergebnis, zu dem man sich verhalten kann und findet keins.

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