Die Hetzer sind immer noch da, nichts ist gut


Michel Friedman, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 2.0/FabianHeil
Wie erklärt man seinen kleinen Söhnen, dass das Leben als deutscher Jude derzeit schwer zu ertragen ist? Sie sollen doch selbstbewusst sein, selbstsicher und selbstbestimmt. Ach.

Von Michel FriedmanDIE WELT

Letzte Woche kamen mir die Tränen (ohne auf die Tränendrüse drücken zu wollen). Meine beiden Söhne, 9 und fast 6, fragten mich: „Papa, was haben die eigentlich gegen uns? Warum wollen die uns töten?“ Ich schaute sie entsetzt an und fragte, was sie denn eigentlich meinten. Ihre Antwort lautete: „Auf den Straßen, auch in Frankfurt, wo wir leben, schreien Menschen, dass man Juden umbringen soll.“

Ich erinnerte mich, dass ich vor 50 Jahren meinen Eltern eine ähnliche Frage gestellt habe. Auch damals krochen sie aus ihren Löchern: die Judenhasser. Meine Eltern, die mit meiner Großmutter die Shoah überlebten, weil Oskar Schindler sie rettete und trotzdem nach Deutschland kamen (was ich nie verstanden habe), zwangen sich und mich, der verbalen Gewalt der Antisemiten zuzuhören.

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4 Comments

  1. Bei einem Besuch im Kölner Käthe Kollwitz Museum kann man die Zeichnung „Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden“ sehen. Das Bild beschreibt, was die Palästinenser im GAZA Streifen zur Zeit erleben. Es entstand nach dem Entsetzen der Malerin über das „Stahlgewitter“ des 1. Weltkriegs, dass ihr den einzigen Sohn kostete.

    Der israelischen Regierung wusste, in einer so dicht besiedelten Gegend (etwa wie der Raum Köln) treffen die 10.000en Bomben, Raketen Granaten, Drohnen, Geschosse…. kaum die Aktivisten der Hamas in den Tunneln, sondern vor allem die „Saat der Palästinenser“ -ihre Kinder auf den Strassen, an den Stränden in den Wohnungen, Schulen….. – denn das Durchschnittsalter dort ist 17 Jahre!

    In Tel Aviv skandierten Jugendliche „Morgen fällt die Schule aus, es gibt keine Kinder mehr (in GAZA) Olé, Olé!“ also gröhlende Zustimmung zur Barbarei, für Jedermann weltweit zu Googeln!

    Die Demos in Frankfurt – und in Städten weltweit – sind quasi „Kollateralschäden“ des israelischen Wahnsinns im GAZA. Abstellen kann dies nur die Regierung in Tel Aviv/Jerusalem.

    Zur Zeit gedenken wir des Europäischen Irrsinns von 1914. Aber es brauchte noch den alles übersteigenden Wahnsinn des Nationalsozialismus bis die „Erbfeinde“ Deutschland und Frankreich ihren Groll begruben.

    Albert-Einstein erkannte 1948 die Palästinenser als „Brudervolk“ im gleichen Wohngebiet zwischen Jordan und Mittelmeer. Er forderte eine gleichberechtigte Kantonalstruktur für Israel, wie er sie aus der Schweiz kannte. Aber er hatte auch starke Zweifel an der Einsicht der politischen Elite in Israel, die er und andere jüdische Intellektuelle 1948 in der New York Times mahnend äusserten. Leider haben die jüdischen Intellektuellen Recht behalten – Willkür siegte über die Weisheit.

    http://www.globalwebpost.com/farooqm/study_res/einstein/nyt_orig.html

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  2. @emporda
    Schon richtig, aber bei meinem Kommentar dachte ich eher an das recht insolente, öffentliche Auftreten, von Leuten des Schlages eines obengenannten Herrn. Wer im Glashaus sitzt, sollte (wenn´s auch schwer fällt) klugerweise nicht auch noch mit Steinen werfen.

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  3. @Rolo
    Zum kritischen Denken, also Überlegungen im Vergleich zu anderen Erkenntnissen anzustellen, bedarf es neben einen minimalen IQ auch das Wissen um diese andreren Systeme

    Das fehlt den Religioten komplett, sie wissen jeden Scheiß über ihr heiliges System ohne jemals einen Bezug zu Realität herzustellen. Damit wäre jede Religion auf fremden Platne überlebensfähig, denn die neue Realität spielt überhaupt keine Rolle. Das allerliebste Jesulein wäre als Marsianer mit 5 Beinen, 7 Pimmeln und gelber Schuppenhaut immer noch der Sohn Gottes und sein eigener Vater, obwohl er keine Eier legen konnte

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  4. Es stellt sich die Frage, was macht es denn für einen Sinn, etwas grundlos zu kritisieren? Könnte sich denn für entsprechend Betroffene nicht eventuell die Mühe lohnen sich einmal Gedanken darüber zu machen, nach welchen Kriterien Sympathien und Zustimmung vergeben werden und was man dazu beisteuern könnte einen guten Stellenwert zu erreichen und zu erhalten ?

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