Zweifeln statt glauben – das müsste eine religiöse Tugend sein


Bereit zum Sterben. Ein islamischer Terrorist. – Foto: AFP
Viele Kriege werden im Namen des Glaubens geführt. Seine Absolutheit ist es, die den Missbrauch erst möglich macht. Dabei müsste eigentlich der Zweifel als die gottgefälligste aller Tugenden verehrt werden. Ein Essay.

Von Hans-Dieter GelfertDER TAGESSPIEGEL

Die apokalyptischen Reiter Hunger, Krieg, Niedergang und Tod, die Albrecht Dürer mit seinem Kupferstich so eindrucksvoll dargestellt hat, sind der Inbegriff von Geißeln der Menschheit. Doch nur der Krieg verdient eine solche Bezeichnung. Der Hunger wird durch Fortschritte in der Landwirtschaft stetig zurückgedrängt und könnte durch gerechtere Verteilung der vorhandenen Nahrungsmittel schon jetzt besiegt werden; Krankheiten werden in zunehmendem Maße durch die moderne Medizin geheilt; und selbst der vierte Reiter, der Tod, erschreckt uns nur gefühlsmäßig, denn die Vernunft sagt uns, dass ohne ihn die Biosphäre längst an sich selbst erstickt wäre.

Warum schaffen es die Menschen dann nicht, den Krieg ebenso entschieden wie Hunger und Krankheit zu bekämpfen?

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3 Comments

  1. Zweifel ist die Basis allen Wissens, folgich kann es keine religiöse Tugend – wie auch immer – sein

    Wissenschaft ist eine offene, freie im Ergebnis neutrale Methodologie des Zweifels, sie nutzt Theorien, Hypothesen, Tests, Fakten und Fossilien immer wieder auf der Suche nach einer beweisbaren Erklärung für eine allen Forschenden frei zugängliche und beliebig nachprüfbare Sachlage. Freies Denken im Zweifel reduziert Theologie zur Pseudo-Wissenschaft mit Zombies, Wundern, Engeln, Erbsünde, Dämonen und biblisch immer wahrem Endergebnis als kranke Paranoia, die freies Denken sinnlos macht. Wissenschaft und Religion sind Extreme, sie gegeneinander zu stellen ist das Ende einer jeden Religion, bei der die am paranoiden Wahn Leidenden als untragbar oder gefährlich für ihre Mitwelt irgendwann in der Psychiatrie landen.

    Den psychopathologischen Wahn all-wissender Gottesschwurbler belegt das ewig unantastbare RKK Dogma No.56:
    „Wer sagt, die menschlichen Wissenschaften müssten mit solcher Freiheit behandelt werden, dass ihre Behauptungen als wahr festgehalten und von der Kirche nicht verworfen werden könnten, auch wenn sie der geoffenbarten Lehre widersprächen, der sei ausgeschlossen“. Kreationismus hat nie wissenschaftliche Erkenntnis oder Fakten geschaffen.

    In der Konsequnze endet das im All-wissen eines dementen Popanz, der bereits zu seiner Amtszeit extrem Ga-ga war
    Der RKK Großinquisitor Ratzinger droht 1990 fast all-wissend: „Wer nicht die unfehlbaren Inhalte des christlichen Glaubens ohne Zweifel, ohne Kritik und Vorbehalte annimmt, der hat einen persönlichen Defekt, eine mangelhafte persönliche Heiligung, ein ungenügend gebildetes Gewissen, eine sündige Verfasstheit, eine auf Vorurteilen beruhenden Geist der Kritik und huldigt der Untreue gegen den Heiligen Geist.“ Die Wirklichkeitsverzerrung ist besonders bei der RKK Gläubigen absolut. Religiöse Deutungen als raffinierte Trugbilder sind niemals durch Fakten zu widerlegen. Die Religioten akzeptieren jeden religiösen Humbug, reale Fakten überfordern sie geistig total.

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  2. Zweifel müsste eine religiöse Tugend sein ? Sicher, aber da dies bei Religioten kaum funktioniert reicht es auch, wenn Nichtgläubige am Verstand von religiösen Nichtzweiflern zweifeln. 😉

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  3. Skepsis (Zweifel) ist schon deshalb keine „gottgefällige“ Tugend (in irgendeiner Religion), weil wenn man sich erlaubt, die gesunde Skepsis gegenüber anderen Religionen auch auf die eigene loszulassen, man sehr schnell sieht, dass auch dieser „Kaiser“ völlig nackt ist. Mir ging es jedenfalls so.

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