Radikale Christen in Deutschland—nicht ganz dicht

In der ARD-Sendung „Mission unter falscher Flagge“ erhoben ARD-Journalisten Anschuldigungen gegen evangelikale Christen
Foto: ARD
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Was die Evangelikalen aus der Fernsehsendung „Mission unter falscher Flagge“ lernen können.

Von Benjamin Lassiwepro Medienmagazin

Wieder einmal beschäftigt sich eine Sendung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens mit evangelikalen und charismatischen Gemeinden. Unter dem Titel „Mission unter falscher Flagge“ erhoben ARD-Journalisten schwere Anschuldigungen: Machtmissbrauch und falsche Heilungsversprechen, Manipulation von Gläubigen. Und wieder einmal reagieren die Evangelikalen mit harscher Kritik an angeblich undifferenzierter Berichterstattung, an Sensationslust und journalistischen Kardinalfehlern.

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In Deutschland gilt auch US-Recht

justiz_grossWarum Edward Snowden nicht nach Deutschland kommen darf? Hier droht Auslieferung statt Asyl. Denn für die Bundesregierung ist die Partnerschaft mit den USA wichtiger als Recht und Verfassung. Eine bittere Erkenntnis.

Von Josef FoschepothSüddeutsche.de

Edward Snowden darf weitere drei Jahre in Russland bleiben und auch frei ins Ausland reisen. Sollte er je deutschen Boden betreten (was Snowden selbst und viele Deutsche sich wünschen) – nach welchem Recht würde man diesen Whistleblower hier behandeln? Als in den vergangenen Monaten über Aufenthaltsmöglichkeiten für Snowden diskutiert wurde, wurden drei Optionen genannt.

Erstens, das Asylrecht – es schied aus, weil ein Antrag auf Asyl nur von einer Person gestellt werden kann, die sich bereits im Lande aufhält. Eine zweite Möglichkeit wäre, Snowden nach dem Aufenthaltsgesetz aufzunehmen, das einem Ausländer „aus völkerrechtlichen oder dringenden humanitären Gründen eine Aufenthaltserlaubnis“ ermöglichen kann. Dies lehnte die Bundesregierung ab. Auch die dritte Möglichkeit lehnte sie ab: Den Whistleblower nur für eine Zeugenvernehmung durch den parlamentarischen NSA-Untersuchungsausschuss ins Land zu lassen.

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Treppenwitz: Ägypten und Saudi-Arabien gegen den radikalen Islam

König Abdullah von Saudi-Arabien empfing den ägyptischen Präsidenten al-Sisi. / Bild: (c) REUTERS
König Abdullah empfing Präsident al-Sisi. Sie wollen die wahren und gemäßigten Werde des Islam fördern, so ein Sprecher al-Sisis.

Die Presse

Ägypten und Saudi-Arabien wollen gemeinsam gegen die Radikalisierung des Islam vorgehen. Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi und König Abdullah hätten bei einem Treffen am Sonntag vereinbart, zusammen die wahren und gemäßigten Werte des Islam, ohne Extremismus und Terrorismus zu fördern, sagte Sisis Sprecher Ehab Badawi der ägyptischen Nachrichtenagentur Mena zufolge.

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Afghanistan: Amnesty wirft USA Versäumnisse vor

Themenbild. Bild: regensburg-digital.de
Themenbild. Bild: regensburg-digital.de
Die Menschenrechtsorganisation wirft der US-Militärjustiz schwere Versäumnisse in der Aufklärung möglicher Kriegsverbrechen in Afghanistan vor.

Mittelbayrische

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat der US-Militärjustiz schwere Versäumnisse bei der Aufklärung möglicher Kriegsverbrechen in Afghanistan vorgeworfen. „Selbst offensichtliche Hinweise auf Kriegsverbrechen wurden ignoriert und die Täter nicht zur Rechenschaft gezogen“, sagte die Amnesty-Generalsekretärin für Deutschland, Selmin Caliskan, zu einem 108-seitigen Bericht ihrer Organisation, der am Montag veröffentlicht wurde.

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375.000 Bankkunden verhindern Mitteilung über Kirchenmitgliedschaft

Bild: tilly
Bild: tilly
In Vorbereitung des neuen Verfahrens zum Kirchensteuereinzug auf Kapitalerträge haben laut „Welt“-Bericht 375.000 Kunden ihrer Bank untersagt, künftig automatisch ihre Kirchensteuer an den Fiskus abzuführen.

evangelisch.de

Sie hätten einen entsprechenden Sperrvermerk beantragt, berichtet die Tageszeitung in ihrer Montagsausgabe unter Berufung auf Zahlen des Bundesfinanzministeriums.

Für das kommende Jahr ist erstmals ein automatischer Abzug der Kirchensteuer auf Kapitalerträge geplant. Dafür fragen die Banken die Kirchenmitgliedschaft ihrer Kunden beim Bundeszentralamt für Steuern ab. Liegt ein Sperrvermerk vor, erhalten sie keine Auskunft über die Religion des Kunden. Der Kunde muss die Kirchensteuer auf Zinsen, Dividenden und andere Kapitaleinkünfte dann weiterhin im Rahmen der Steuererklärung abführen. Bis zum 30. Juni konnten Kunden dagegen Einspruch einlegen.

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Norman Paech: Legenden des Gazakonfliktes

Bild: brightsblog
Bild: brightsblog

(Dieser von der FAZ bereits zur Veröffentlichung angenommene Artikel wurde dann ohne Angabe von Gründen dort nicht publiziert.)

Zwei Legenden prägen die Berichterstattung und Kommentierung dieses neuesten Krieges gegen Gaza: Israel handele in Ausübung seines Selbstverteidigungsrechts und die Situation sei zwischen Israelis und Palästinensern so verfahren und aussichtslos, dass niemand eine Lösung dieser mörderischen Verklammerung wisse. Beide Legenden sind alt und beherrschen schon seit Jahrzehnten die Druckspalten und Sender der Medien. Beide sind grundfalsch, haben sich aber durch ihre permanente Wiederholung tief in das allgemeine Bewusstsein der Öffentlichkeit eingraviert.

Von Norman Paech

Die These vom Selbstverteidigungsrecht ist Israels Basisrechtfertigung für alle Gewalt, die sie als Besatzungsmacht an den Checkpoints, mittels täglicher Razzien, Inhaftierungen und Zerstörungen bis hin zu den periodischen massiven Kriegsüberfällen ausübt. Der Widerstand der Palästinenser, ob in einzelnen Selbstmordattentaten und Gewaltattacken oder durch die primitiven Raketen aus Gaza, wird generell als Terror stigmatisiert, dem jede Rechtfertigung fehlt. Diesem Muster folgt nicht nur die amerikanische Administration unter Obama und Kerry, sondern auch weitgehend alle europäischen Regierungen einschließlich der deutschen. Den deutschen Medien ist es eine unhinterfragbare Selbstverständlichkeit, sodass es auf der gleichen Stufe der Unantastbarkeit angelangt ist wie die Beschwörung des Existenzrechts Israels. Doch die rechtliche Bewertung von Gewalt und Krieg ist eine ganz andere, wenn man die UNO-Charta und das geltende Völkerrecht zugrunde legt.

Nicht Palästina hält Israel besetzt, sondern umgekehrt Israel hält seit 1967 palästinensisches Territorium besetzt. Dies gilt auch für den Gazastreifen, obwohl Israel 2005 seine Truppen und Siedler abgezogen hat. Die anschließende Blockade von Land, See und Luft aus ist in den folgenden Jahren von Israel so ausgebaut und verschärft worden, dass der Streifen in den Status der Besatzung zurückversetzt worden ist. Dies wird auch vom deutschen Außenamt so gesehen. Im kolonialen Völkerrecht des 19. Jahrhunderts konnte sich die Kolonialmacht bei der Niederschlagung des Widerstands der Kolonisierten noch auf sein Verteidigungsrecht berufen. Das ist mit dem Ende der Kolonialreiche jedoch vorbei und lebte im Besatzungsrecht des 20. Jahrhunderts nicht wieder auf.

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Deutschland: Money makes the Church go round, the Church go round…

Bild: tilly
Bild: tilly
Die Kirche erlebt neue Austrittsrekorde, seit die Kirchensteuer auf Kapitalerträge direkt über die Banken eingetrieben wird. Die deutsche Kirchensteuer ist ohnehin ein Unikum. Für das Ansehen der Kirche wäre es besser, wenn sie sich aus eigener Kraft finanziert. Ein Kommentar.

Von Ralph BollmannFrankfurter Allgemeine

Ist Deutschland wirklich so viel unchristlicher als andere Länder? Bei einem Blick in die Statistik könnte man es glauben. Nur noch 60 Prozent der Bevölkerung gehören der evangelischen oder katholischen Kirche an, Tendenz weiter sinkend. Andernorts liegen die Zahlen angeblich höher. Merkwürdig ist nur: Geben die Leute in Umfragen Auskunft über ihre Religiosität, belegt Deutschland eher einen Mittelplatz. In Frankreich, England oder Skandinavien, auch in einigen osteuropäischen Ländern glauben weniger Menschen an Gott.

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Vatikan: ‚Wachsende Bedrohungen für Integrität von Ehe und Familie‘

Headquarter des Konzerns.
Headquarter des Konzerns.
Papst Franziskus an US- Laienorganisation „Knights of Columbus“: Die Infragestellung „von Ehe und Familie“ erfordert „Wachsamkeit und ein unbeirrtes öffentliches Zeugnis“ und „die überzeugende Darlegung der christlichen Morallehre“

kath.net

Die bekannten und wachsenden Bedrohungen für die Integrität von Ehe und Familie“ erfordern nicht nur „Wachsamkeit und ein unbeirrtes öffentliches Zeugnis, sondern auch die überzeugende Darlegung der christlichen Morallehre im Licht einer gesunden anthropologischen Vision, die sich auf die Menschenwürde und den rechten Gebrauch unserer von Gott gegebenen Freiheit ausrichtet.

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„Hitler hat sehr viel erreicht“ – der absurde Ausbruch des Ukip-Politikers Bill Etheridge

Ein Europa-Abgeordneter der rechtspopulistischen UKIP hat seine britische Partei mit einem fragwürdigen Hitler-Bezug ins Gerede gebracht. 

HUFFINGTON POST

Bill Etheridge habe bei einem Rhetorik-Seminar für junge Parteimitglieder Adolf Hitlers Auftreten bei öffentlichen Reden hervorgehoben und die rhetorischen Tricks des Nationalsozialisten so dargestellt, dass sie als vorbildhaft wahrgenommen werden konnten. Etheridge sprach von einer „verhassten Figur, die sehr viel erreicht“ habe, berichtet „Daily Mail“.

Etheridge lobte Hitler laut „Daily Mail“ als „den magnetischten und kraftvollsten Redner möglicherweise der gesamten Geschichte“. „Ich sage nicht, dass Sie ihn kopieren sollen – nehmen Sie kleine Momente auf“, soll er gesagt haben, heißt es.

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Der „Engel Pfau“ kann die Pogrome nicht verhindern

pfau_engel
Engel Pfau -Melek-e tawus
Die Jesiden glauben, dass sie von einem anderen Stamm Adams, nicht von Eva, abstammen.

Von Gudrun HarrerderStandard.at

Im Laufe ihrer Geschichte hätten sie 72 „Fermans“ erlebt, sagen die Jesiden von sich selbst. Das Wort Ferman bezeichnet eigentlich ein osmanisches Sultansdekret; bei den Jesiden hat es sich bezeichnenderweise in der Bedeutung „Pogrom“ festgesetzt. Immer wieder war die religiöse Minderheit im Nordirak Verfolgungen ausgesetzt, nach dem Sturz Saddam Husseins durch die USA im Jahr 2003 machte ihnen der wachsende Islamismus zu schaffen. Der jetzige „Ferman“, der die Jesiden durch den Vormarsch des „Islamischen Staats“ trifft, trägt klar genozidale Züge.

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First living thing with ‘alien’ DNA created in the lab

Image: extremetecg.com
Scientists have succeeded in creating the first organism with “alien” DNA.

By Sebastian AnthonyEXTREMETECH

In normal DNA, which can be found within the genes of every organism , the twin strands of the double helix are bonded together with four bases, known as T, G, A, and C. In this new organism, the researchers added two new bases, X and Y, creating a new form of DNA that (as far as we know) has never occurred after billions of years of evolution on Earth or elsewhere in the universe. Remarkably, the semi-synthetic alien organism continued to reproduce normally, preserving the new alien DNA during reproduction. In the future, this breakthrough should allow for the creation of highly customized organisms — bacteria, animals, humans — that behave in weird and wonderful ways that mundane four-base DNA would never allow.

This landmark study, 15 years in the making, was carried out by scientists at the Scripps Research Institute and published in Nature today [doi:10.1038/nature13314 – „A semi-synthetic organism with an expanded genetic alphabet“]. In normal DNA, two separate strands are entwined in a double helix. These strands are connected together via four different bases, adenine (A), thymine (T), cytosine (C), and guanine (G). A always bonds with T, and C always bonds with G, creating a fairly simple “language” of base pairs — ATCGAAATGCC, etc. Combine a few dozen base pairs together in a long strand of DNA and you then have a gene, which tells the organism how to produce a certain protein. If you know the sequence of letters down one strand of the helix, you always know what other letter is. This “complementarity” is the fundamental reason why a DNA helix can be split down the middle, and then have the other half perfectly recreated. There, I just explained in about 150 words two of the most vital processes to all life that we know of.

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Papst fordert „politische Lösung“ für den Irak

Verehrungswürdige Puppe.
Verehrungswürdige Puppe.
Papst Franziskus hat eine politische Lösung für den Irak gefordert, um der Verfolgung von Christen, Jesiden und Schiiten Einhalt zu gebieten. Er vertraue darauf, dass eine „wirksame politische Lösung auf internationaler und lokaler Ebene diese Verbrechen beenden und das Recht wieder herstellen kann“, sagte er am Sonntag zum Abschluss des traditionellen Angelus-Gebets auf dem Petersplatz.

kathweb

Zugleich dankte er all jenen, die „diesen Schwestern und Brüdern mutig Hilfe leisten“. Auf das militärische Eingreifen der USA im Irak ging Franziskus nicht ausdrücklich ein.

Die Vertreibung der Christen und anderer Minderheiten verurteilte der Papst als „schwerwiegende Beleidigung Gottes und der Menschheit“. Er fuhr fort: „Im Namen Gottes verbreitet man keinen Hass. Man führt keinen Krieg im Namen Gottes!“

Dass Tausende brutal aus ihren Häusern verjagt würden, Kinder auf der Flucht verhungerten oder verdursteten, Männer massakriert und Frauen geraubt würden, sei erschütternd, sagte Franziskus am Sonntag weiter. Er zeigte sich zudem bestürzt über die Zerstörung des religiösen und kulturellen Erbes durch die Terrorgruppe „Islamischer Staat“.

Franziskus kündigte außerdem an, dass sein Sondergesandter für den Irak, Kardinal Fernando Filoni, am Montag in den Irak aufbrechen werde.

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Richard Dawkins is Still an Asset to the Atheist Movement

dawkinsA couple of days ago, Kimberly Winston at Religion News Service wrote a story about whether Richard Dawkins was an asset or liability for the atheist “movement.”

By Hemant MehtaFriendly Atheist

The story sure makes it seem like Dawkins is a liability, with the majority of quotations coming from people who think he does a lot of damage to our cause. I’m mentioned in the piece and even I come off as critical of him:

And it isn’t only women atheists whom Dawkins upset. Writing on The Friendly Atheist, Hemant Mehta said: “I’m a fan of Richard Dawkins. I know he means well. But damn, it’s annoying having to defend him. More importantly, I shouldn’t have to!”

I wrote that, to be sure, but I don’t think my thoughts on Dawkins are properly captured in that one passage. So I want to clarify what I sent to the reporter because, unlike most of the others quoted in the piece, I don’t think Dawkins hurts the image of atheism (even if he has some missteps along the way):

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