US-Richter: Homo-Ehe ist wie Vater-Tochter-Ehe


Richter Russell Simmons tritt in die Fußstapfen anderer Richter aus Tennessee, die vor rund einem halben Jahrhundert noch das Verbot von „gemischtrassigen“ Eheschließungen für rechtens hielten
Bild: Roane County Circuit Court
Zum ersten Mal nach mehr als zwei Dutzend Verfahren in den USA erklärt ein Richter das Verbot der Eheschließung für Schwule und Lesben für verfassungsgemäß.

QUEER.DE

Ein Bezirksgericht in Kingston (US-Bundesstaat Tennessee) hat überraschend das Eheverbot für gleichgeschlechtliche Paare aufrecht erhalten. Richter Russell Simmons argumentierte, dass „weder die Bundesverwaltung noch ein anderer Bundesstaat das Recht hat, Tennessee etwas zu diktieren, was traditionell im Verantwortungsbereich des Bundesstaates liegt“.

Dies ist das erste aus schwul-lesbischer Sicht negative Urteil nach der Entscheidung des Supreme Court vor rund 14 Monaten, Teile des homofeindlichen „Bundesgesetzes zum Schutz der Ehe“ (DOMA) für verfassungswidrig zu erklären (queer.de berichtete).

Insgesamt haben nach Juni 2013 mehr als zwei Dutzend Gerichte – vom Bezirksgericht zum Bundesberufungsgericht – regionale Gesetze, die gleichgeschlechtlichen Paaren die Ehe verbieten, für verfassungswidrig erklärt. DOMA hatte der Bundesverwaltung die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Eheschließungen untersagt. Die Supreme-Court-Richter argumentierten in ihrer Urteilsbegründung, dass eine Ungleichbehandlung von hetero- und homosexuellen Paaren gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz der US-Verfassung verstößt.

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