Fortschritt bedeutet nicht nur Abgrund


sloterdijk_1Die Moderne bringt sozialen Aufstieg und politische Emanzipation: Eine Replik auf Peter Sloterdijks Pessimismus.

Von Ralf FücksDIE WELT

Peter Sloterdijk, Philosoph und zeitdiagnostischer Großmeister aus Karlsruhe, gibt mit seinem neuen Buch „Die schrecklichen Kinder der Moderne“ dem fortschrittskritischen Zeitgeist eine Stimme. Nun ist die Botschaft, dass die Moderne aus den Fugen geraten ist und einem schlimmen Ende entgegenstürzt, alles andere als originell. Was Sloterdijk von anderen Zivilisationskritikern abhebt, ist sein Erklärungsmuster für den permanenten Tumult, der die Neuzeit als ein Zeitalter beschleunigten Wandels kennzeichnet. Nicht die üblichen Verdächtigen – das Kapital, die wissenschaftlich-technische Revolution, den Kampf um soziale und politische Emanzipation – sieht er als Movens der westlichen Zivilisation, sondern die „genealogische Frage“: die Spannung zwischen Erbe und Generationenbruch. Erbe steht für die Weitergabe tradierter Werte, Sitten, Lebensformen; Generationenbruch für Verweigerung, Autonomie, Revolte, Neuanfang.

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