Fleischverzehr: Hacksteak vom Hund

Es muss ja nicht immer Schwein oder Rind sein: Ist es vertretbar, Hunde zu essen? (picture alliance / dpa / Ralf Hirschberger)
Warum es in Ordnung ist, Katzen und Pferde zu essen

Von Udo PollmerDeutschlandradio Kultur

Darf man die Lieblingstiere der Deutschen wirklich essen? Allein die Frage löst Empörung aus. Dabei gibt es gute Gründe, darüber nachzudenken, ob der Hunger auf der Welt nicht auch durch einen Schmusetierbraten gestillt werden kann, meint Udo Pollmer.

Ein Mitglied des britischen Königshauses, Prinzessin Anne, hat ein Tabu gebrochen: Vor Tierschützern erklärte sie, es sei an der Zeit, das Verhältnis zu Pferden zu überdenken und neben dem Reitsport endlich auch den kulinarischen Wert des Pferdefleisches zu würdigen. Ähnlich äußerte sich auch die Jugendorganisation einer deutschen Partei im Sommer vorigen Jahres. Sie forderte die Aufhebung des Schlachtverbotes für Hunde und Katzen. So könnte tierisches Eiweiß sinnvoll genutzt werden. Doch bevor eine Diskussion in Gang kam, fuhren die liberalen Parteioberen den vorlauten Parteiwelpen gehörig über die Schnauze.

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Protest gegen Gaza-Krieg: Niederländer gibt israelische Auszeichnung zurück

Medaille „Gerechter unter den Völkern“. Bild: foerderverein-hoeffner.de
Seine Familie versteckte ein jüdisches Mädchen vor den Nazis. Dafür wurde Henk Zanoli in der Gedenkstätte Jad Vaschem als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt. Nun gibt der Niederländer die Auszeichnung zurück. Israels Armee soll Angehörige des Mannes in Gaza getötet haben.

SpON

Der 91 Jahre alte Niederländer Henk Zanoli gibt seine Auszeichnung als „Gerechter unter den Völkern“ zurück. Er protestiert dagegen, dass sechs seiner Familienmitglieder bei einem israelischen Angriff im Gaza-Streifen getötet worden seien.

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Deutsche Bischöfe heben Messweinverordnung auf—Blut Jesu frei von Fremdstoffen

Brautamt mit Spendung der Kelchkommunion, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
Katholische Priester in Deutschland haben künftig freiere Auswahl bei der Wahl des Messweins. Die deutschen Bischöfe hoben jetzt die 38 Jahre alte Messweinverordnung auf, wie die Diözese Mainz in ihrem aktuellen „Kirchlichen Amtsblatt“ mitteilte.

kathweb

Die Begründung: Das deutsche Recht sorge mittlerweile für eine gute Qualität des Weins und verbiete die Beimischung von Fremdstoffen weitgehend. Daher sei die kirchliche „Verordnung über den Gebrauch von Wein bei der Eucharistiefeier“ von 1976 hinfällig. Auch eine besondere Zulassung spezieller Messweinlieferanten sei künftig nicht mehr notwendig.

Zugleich mahnen die Bischöfe die Priester, auch weiter bei der Messfeier „reinen Wein einzuschenken“. Die Geistlichen müssten dafür Sorge tragen, dass Wein verwendet werde, der „mindestens den Anforderungen eines Qualitätsweines (nach deutschen Weinrecht) genügt und so der Würde des Sakraments entspricht“.

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„Ben Hur“: Jesus-Comic wird neu aufgelegt

Der gelernte Theaterschauspieler Tom Hiddleston macht sich auch gut auf der Leinwand
Foto: Melinda Seckington, flickr | CC-BY 2.0
Schauspieler Tom Hiddleston spielt die Hauptrolle in der Neuverfilmung von „Ben Hur“. Im Februar 2016 soll das Werk in die Kinos kommen.

pro Medienmagazin

Der russische Regisseur Timur Bekmambetov („Wächter der Nacht – Nochnoi dozor“, „Abraham Lincoln Vampirjäger“) hat für die Hauptrolle des Judah Ben Hur einen Schauspieler gefunden: Tom Hiddleston. Er ist bekannt als der Fiesling Loki aus der Marvel-Comicverfilmung von „Thor“ und der Fortsetzung „Thor: The Dark Kingdom“.

Die Neuverfilmung des Romans von Lew Wallace aus dem Jahr 1880, „Ben-Hur: A Tale of The Christ“, soll am 26. Februar 2016 in den USA anlaufen. Das Drehbuch stammt aus der Feder von Oscar-Gewinner John Ridley („12 Years a Slave“) und Keith Clarke („The Way Back – Der lange Weg“).

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ZdK: Geld, Geld, Geld, Rendite—Gott hat Mehrwert!

Bild: tilly
Bild: tilly
Katholikentage bringen gastgebenden Städten nach Ansicht des Zentralkomitees der deutschen Katholiken einen großen finanziellen Gewinn.

Von Luise Poschmannevangelisch.de

„Wenn man etwas genauer hinschaut, erkennt man schnell, dass ihr Beitrag um ein Vielfaches – direkt oder indirekt – der Stadt wieder zugutekommt“, sagte Thomas Großmann, Leiter der Arbeitsgruppe „Katholikentage“ der katholischen Laienorganisation, dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Für Mannheim, wo 2012 der Katholikentag stattfand, sei etwa „ein Rückfluss in die Stadt von 4,3 Millionen Euro errechnet worden“, sagte Großmann. Die finanzielle Beteiligung Mannheims habe bei 1,5 Millionen Euro gelegen, 80.000 Besucher waren zum Katholikentag an Rhein und Neckar geströmt.

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USA: „Wissenschafter“ gekündigt, weil er Evolution ablehnt?

TheCreation_399In den USA bekämpft ein Wissenschaftler seine Kündigung. Die Universität, für die er gearbeitet hat, habe ihn gekündigt, weil er als Evangelikaler die Evolution ablehnt, sagt er.

kath.net

Ein amerikanischer Wissenschafter wurde von seiner Universität gekündigt, nachdem er Dinosaurierknochen entdeckt hatte, die möglicherweise nur 4.000 Jahre alt sind. Er hat jetzt sein ehemalige Arbeitgeberin, die California State University at Northridge (CSUN), geklagt. Dies berichtet der Nachrichtensender FoxNews in seiner Online-Ausgabe.

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Sicherheitsrat will gegen Hintermänner von IS vorgehen

Dschihadisten-Medien, die dieses Foto von IS-Mitgliedern verbreitet haben, machten das Gesicht von Abu Mohammed al-Adnani unkenntlich, um ihn zu schützen: Der Hintermann der Extremistengruppe soll auf die „Schwarze Liste“ der UN kommen ©AFP
Die Vereinten Nationen versuchen, den Dschihadisten im Irak den Geldhahn abzudrehen. Der Sicherheitsrat will dafür am Freitag Strafmaßnahmen gegen sechs Hintermänner beschließen. Sie gelten als die Financiers der Extremisten.

Frankfurter Allgemeine

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen will noch am Freitag Sanktionen gegen die Dschihadisten im Irak und in Syrien beschließen. Dem mächtigsten UN-Gremium liegt westlichen Diplomaten zufolge ein Resolutionsentwurf der Briten vor, der unter anderem Strafmaßnahmen gegen sechs Männer vorsieht. Sie gelten als Hintermänner und Financiers von Islamischer Staat (IS), der radikalislamischen Al-Nusra-Front in Syrien und anderen militanten Gruppen.

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Papst: Christen müssen die «Kultur des Todes» verwerfen

Verehrungswürdige Puppe.
Verehrungswürdige Puppe.
Papst kritisiert «unmenschliche Wirtschaftsmodelle» – Außerdem wies er darauf hin, dass in äußerlich wohlhabenden Gesellschaften der Geist der Hoffnungslosigkeit oft «wie ein Krebs zu wuchern» scheinen.

kath.net

Papst Franziskus hat die Christen Koreas aufgerufen, sich gegen «unmenschliche Wirtschaftsmodelle» zu stellen und den «Geist des uneingeschränkten Wettbewerbs» zu bekämpfen. Sie müssten der Verlockung eines Materialismus widerstehen und «eine großherzige Kraft für die geistige Erneuerung in allen Gesellschaftsschichten» sein, sagte er bei einer Messe in der Millionenstadt Daejeon, einem wichtigen Forschungs- und Technologiestandort.

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Journalismus in Gaza

Auch bei Propaganda und falschen Informationen gilt es für Journalisten, die Wahrheit herauszufinden
Foto: fabcom / flickr | CC-BY-NC 2.0
Journalisten sollen neutral berichten. Sie dürfen sich von schrecklichen Kriegs-Bildern nicht auf eine Seite ziehen lassen. Sie sollen die ganze Wahrheit zeigen. Wie schwierig sich diese Anforderungen in der Praxis umsetzen lassen, zeigen Erfahrungsberichte von Journalisten, die über den Gaza-Krieg berichten.

pro Medienmagazin

Laut dem Pressebüro der israelischen Regierung sind 705 Journalisten aus 42 Ländern nach Israel gekommen, um den Gaza-Krieg zu dokumentieren – zusätzlich zu den bereits etwa 750 ausländischen Journalisten, die bereits im Land arbeiten. Während der Operation „Wolkensäule“ gegen die Hamas im November 2012 waren 303 zusätzliche Journalisten angereist.

Das Pressebüro war in den vergangenen Wochen darum bemüht, den Medienvertretern ein umfassendes Bild des komplexen Konfliktes zu vermitteln. Es hatte für die Journalisten in Aschkelon ein Medienbüro eröffnet. Wöchentlich organisierte es Touren, Besuche bei israelischen und palästinensischen Verletzten in Krankenhäusern in Israel, Pressekonferenzen mit Politikern und Militärs. Richard Kemp, ein ehemaliger Kommandeur der britischen Truppen in Afghanistan, informierte die Journalisten über die Herausforderungen von Häuserkämpfen und Guerillakriegen. Die Medienvertreter wurden Zeugen von humanitären Hilfslieferungen in den Gazastreifen.

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Bundestrojaner ist einsatzbereit

Screenshot:BB
Screenshot:BB
Die Entwicklung war kompliziert und langwierig. Doch jetzt ist der Bundestrojaner des Bundeskriminalamts einsatzbereit. Das geht aus einem Schreiben der Bundesregierung hervor. Der Einsatz der Software ist politisch hochumstritten.

Von Frederik Obermaier und Pascal PauknerSüddeutsche.de

Der Bundestrojaner des Bundeskriminalamts (BKA) zur Online-Durchsuchung ist einsatzbereit. Dies geht aus einer bislang unveröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Andrej Hunko (Linke) hervor, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt. „Zur Durchführung von Maßnahmen der Online-Durchsuchung wurde durch das BKA eine eigenständige Software entwickelt, welche einsatzbereit ist“, heißt es in dem Schreiben.

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Anekdotische Evidenz und Homöopathie

Bild: brightsblog
Bild: brightsblog
Der spanische Arzt Dr. Manuel Mateu i Ratera beschäftigt sich seit langem mit Homöopathie in der Notfallmedizin.

Von Irmtraud GutschkeND

Frühere Skepsis mag ihn mit vielen Lesern verbinden: Der spanische Arzt Dr. Manuel Mateu i Ratera hätte sich nach schulmedizinischer Universitätsausbildung und Praxis womöglich nie für Homöopathie interessiert, wenn er sich bezüglich einer immer wiederkehrenden Angina seines zweijährigen Sohnes nicht so hilflos gefühlt hätte. Antibiotika waren in beträchtlicher Menge verabreicht worden, aber immer wieder hatte es Rückschläge gegeben.

So beginnt es oft: Es gibt gesundheitlich Belastendes, man hört, dass Homöopathie wenigstens »nichts schaden« kann, will es versuchen … Dann aber ist das Entscheidende, einen richtig guten Arzt oder Heilpraktiker zu finden. Denn die Wahl des passenden Medikaments setzt Wissen, Erfahrung und Intuition voraus. Manuel Mateu i Ratera vergleicht die homöopathische Behandlung mit einer »maßgeschneiderten« Impfung, durch die Selbstheilungskräfte aktiviert werden.

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Theologe: Kirche muss „neurotische Fixierungen“ ablegen

Das Kreuz mit den Religionen
Das Kreuz mit den Religionen
Scharfe Kritik an einer kirchlichen „neurotischen Fixierung“ in Fragen der Sexualmoral und der Ehe- und Familienpastoral hat der Innsbrucker Dogmatiker Jozef Niewiadomski geübt.

kathweb

Diese Fixierung betreffe die Bereiche Empfängnisverhütung und den „Schutz der Ehe durch die Jagd auf den Sündenbock wiederverheiratete Geschiedene“, betonte der Theologe im Interview mit der Kärntner Kirchenzeitung „Sonntag“. Angesichts der tatsächlichen Probleme – „Es gibt eine Krise der Familie“ – sei dies „eine zu enge Sicht“.

Die von Niewiadomski diagnostizierte Krise sei „nicht durch einen moralischen Verfall bedingt“, sondern durch Veränderungen in der Gesellschaft. Die Kirche tue daher gut daran, die Familie in dieser neuen Situation zu stärken: „Ich glaube aber nicht, dass sie dadurch gestärkt wird, dass wir den bisherigen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen oder den bisherigen Umgang im Hinblick auf die Empfängnisverhütung beibehalten. Das geht am Leben der Menschen vorbei.“

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Staatsbürgerschaft: Das dumme Dahergerede der CDU

cdu-csu-fraktion-bundestag-logoDie Union fordert, muslimischen Straftätern die deutsche Staatsbürgerschaft zu entziehen. Das ist dummes Dahergerede. Dem Missbrauch wären dann Tür und Tor geöffnet.

Von Heribert PrantlSüddeutsche.de

Die Staatsangehörigkeit ist keine süße Belohnung für gute Lebensführung. Sie ist da und bleibt da; und zwar auch dann, wenn der Staat seinen Bürger lieber ganz anders hätte: nicht so blöd, nicht so querulatorisch, nicht so krank, nicht so verbrecherisch. Staatsangehörige sind alle: die ganz guten und ganz schlechten Menschen und natürlich die vielen dazwischen. Staatsangehörige sind auch diejenigen, die sich gar nicht als Bürger betrachten wollen, weil ihnen dieser Staat nicht passt.

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Patriarch: Keine Gräueltaten gegen Christen im Nordirak

Bild: nationalreview.com
Bild: nationalreview.com
Der chaldäisch-katholische Patriarch Louis Raphaël I. Sako hat Berichten über Gräueltaten an Christen im Nordirak widersprochen. Bisher sei lediglich ein Mann an einem Checkpoint umgebracht worden, sagte er nach Angaben der französischen katholischen Tageszeitung „La Croix“ (Donnerstagsausgabe). Die sunnitische Terrorgruppe „Islamischer Staat“ habe Christen weder gefoltert noch enthauptet.

evangelisch.de

In Mossul hätten die Terroristen Geld gestohlen, aber die Christen nicht körperlich angegriffen. Allerdings seien die Gläubigen massenhaft vertrieben worden. Sako nannte die Zahl von 200.000 Flüchtlingen, etwa die Hälfte von ihnen seinen Christen.

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Stardust: Forscher finden sieben Körnchen interstellaren Sternenstaub

Raumsonde Stardust, Bild: Quantum-RD
Lange war die Nasa-Sonde Stardust in den Weiten des Weltalls unterwegs. Mitgebracht hat sie Sternenstaub erster Güte. Diesen haben die Forscher nun ausgewertet – und sind überrascht.

Von Thomas BührkeBerliner Zeitung

Im Januar 2006 landete in der Wüste von Utah an einem Fallschirm ein Raumschiff, das einer fliegenden Untertasse verdächtig ähnlich sah. Doch nicht Außerirdische waren gekommen, sondern die sieben Jahre zuvor gestartete Kapsel des Raumschiffs Stardust. Die Nasa-Sonde war an dem Kometen Wild 2 vorbeigeflogen, hatte erstmals in der Geschichte der Raumfahrt Staubteilchen aus dessen Schweif eingesammelt und zur Erde gebracht.

Neben dieser wertvollen Fracht befanden sich wenige Partikel an Bord, die aus den Tiefen des interstellaren Raumes in unser Sonnensystem gekommen waren. Diesen Sternenstaub haben Forscher aus aller Welt nun identifiziert und mit verschiedenen Methoden untersucht. Vermutlich stammt er aus fernen Wolken, in denen neue Sterne entstehen, wie die Forscher im Fachmagazin Science schreiben.

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Armageddon: ‚Der Messias wird für Christen, Juden und Muslime kommen‘

Der Messias trifft ein. Bild: deanburnep.primaryblogger.co.uk
Seine Suche nach Spuren der legendären „Muschelseide“ aus dem Vorhang des Tempels von Jerusalem hat Rabbi Gabriel Hagaï zuletzt nach Manopello geführt.

Interview von Paul Baddekath.net

Seine Suche nach Spuren der legendären „Muschelseide“ aus dem Vorhang des Tempels von Jerusalem hat Rabbi Gabriel Hagaï zuletzt zum Schleier des „Heiligen Gesichts“ nach Manoppello geführt. Hier hat Paul Badde ihn für den Sender EWTN interviewt.

Gabriel Hagaï wurde in Paris geboren, lebte aber über zwanzig Jahre in Jerusalem, wo er studierte, geheiratet hat und seine sechs Kinder geboren wurden. Dort ließ er sich zu einem Rabbiner der sephardischen Tradition ausbilden, die sich vor allem in muslimischen Ländern entwickelt hat. Es folgten Jahre in Boston, wo er sich stark sozial – etwa mit einer Suppenküche für Obdachlose – engagierte. Seit 2003 lebt er wieder in Paris, wo er sich als Wissenschaftler, Kalligraph und Sänger einen Namen machte und wo der vielsprachige Gelehrte sich immer wieder in die Mystik des Judentums und Islams vertieft.

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Kretschmann droht: Reformation ist noch nicht zu Ende

kretschmann150Die Reformation hat nach Überzeugung des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) einen wichtigen Anstoß für die Bildung breiter Bevölkerungsschichten gegeben.

EKD

Für heute bedeute das, dass Bildungs- und Berufschancen junger Menschen nicht von ihrer Herkunft oder wirtschaftlichen Lage abhängen dürften, schreibt Kretschmann auf der Internetseite der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. „Da ist die Reformation noch nicht zu Ende“, betont der katholische Politiker.

Kretschmanns Beitrag ist Teil des Projekts „Reformation und Politik“, bei dem Menschen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen schreiben, was aus ihrer Sicht heute mit dem Begriff Reformation zu verbinden ist. Die mehr als 50 Beiträge werden nach und nach freigeschaltet. Das Projekt nimmt im Titel das gegenwärtige Themenjahr im Rahmen der Lutherdekade auf. Mit der Dekade bereiten Staat und Kirchen gemeinsam das 500-jährige Reformationsjubiläum 2017 vor. Die Statements aus dem württembergischen Internetprojekt sollen auch gedruckt werden.

Frommer Rausch


Cover des Sammelbandes. © Neofelis Verlag
Ein Sammelband beleuchtet das Verhältnis des Judentums zum Wein – von der Antike bis zur Neuzeit.

Von Micha BrumlikJüdische Allgemeine

Für viele, auch für keineswegs besonders fromme Juden ist der »Kiddusch«, also die feierliche Heiligung von Wein in einem meist silbernen Becher, der Inbegriff häuslicher und synagogaler Frömmigkeit nach dem Gottesdienst oder vor der Schabbatmahlzeit zu Hause.

Und dennoch ist das Verhältnis des Judentums zum Alkoholgenuss zwiespältig, scheinen Juden insgesamt weniger zu trinken als Christen – wenn auch mehr als Muslime, denen der Alkoholgenuss gänzlich untersagt ist. Allenfalls an Purim, also jenem Fest, an dem im Maskentaumel ohnehin das Oberste zuunterst gekehrt wird, sollen jedenfalls die Männer so viel trinken, dass sie nicht mehr wissen, wer Mordechai und wer Haman ist.

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