Frommer Rausch



Cover des Sammelbandes. © Neofelis Verlag
Ein Sammelband beleuchtet das Verhältnis des Judentums zum Wein – von der Antike bis zur Neuzeit.

Von Micha BrumlikJüdische Allgemeine

Für viele, auch für keineswegs besonders fromme Juden ist der »Kiddusch«, also die feierliche Heiligung von Wein in einem meist silbernen Becher, der Inbegriff häuslicher und synagogaler Frömmigkeit nach dem Gottesdienst oder vor der Schabbatmahlzeit zu Hause.

Und dennoch ist das Verhältnis des Judentums zum Alkoholgenuss zwiespältig, scheinen Juden insgesamt weniger zu trinken als Christen – wenn auch mehr als Muslime, denen der Alkoholgenuss gänzlich untersagt ist. Allenfalls an Purim, also jenem Fest, an dem im Maskentaumel ohnehin das Oberste zuunterst gekehrt wird, sollen jedenfalls die Männer so viel trinken, dass sie nicht mehr wissen, wer Mordechai und wer Haman ist.

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