Christenvertreibungen im Irak: „Islam ist nicht aufnahmefähig für Minderheiten“


Hamed Abdel-Samad, Bild: bb
Hamed Abdel-Samad, Bild: bb
Der deutsch-ägyptische Politologe Hamed Abdel-Samad macht die radikalen Islamisten der ISIS für eine Welle der Christenvertreibung verantwortlich. Es sei traurige Wirklichkeit, dass die 2000-jährige Geschichte des orientalischen Christentums gerade zu Ende gehe, sagte Abdel-Samad im DLF.

Hamed Abdel-Samad im Gespräch mit Michael KöhlerDeutschlandfunk

Zuletzt hatte ein Ultimatum der Milizen an die Christen in der nordirakischen Millionenstadt Mossul für weltweite Empörung gesorgt. Abdel-Samad betonte, vor den Christen seien schon die orientalischen Juden fast alle vertrieben worden. Diese gewaltsamen Prozesse seien Ausdruck eines Scheiterns der Islamischen Kultur. Sie erweise sich als eine Kultur, die nicht aufnahmefähig sei für Minderheiten, für andere Glaubens- und Denkrichtungen. Letztlich schade sich islamische Welt selbst damit.

„Heuchelei“ in Teilen der islamischen Welt

Der Politologe meinte, die ISIS-Milizen hätten einen „Reinigungswahn“, der sich auch gegen islamische Kultstätten richte. Dieser Wahn gehe wie die Vertreibung der Christen und Juden von der arabischen Halbinsel letztlich auf den Propheten Mohammed zurück.

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