Bequemer Sündenbock EU


Bild: blog.handelsblatt.com
An diesem Samstag können wir ein denkwürdiges Jubiläum feiern. Vor genau 25 Jahren trat die “Verordnung Nr. 1677/88 EWG” in Kraft, besser bekannt – und berüchtigt – als Gurkenkrümmungsverordnung der Europäischen Union. Penibel reglementierte sie unter anderem, dass Gurken der Handelsklasse “Extra” künftig nur noch eine Krümmung von zehn Millimetern auf einer Länge von zehn Zentimetern aufweisen durften.

Von Florian KolfHandelsblog

Diese Verordnung half nicht nur, die Maße von Salatgurken zu standardisieren, sie machte auch Karriere als Symbol für eine ausufernde Regelungswut der EU, die die Mitgliedsstaaten mit unsinnigen und bürokratischen Standards überzieht. Als die Verordnung am 1. Juli 2009 wieder außer Kraft gesetzt wurde feierten europakritische Politiker dies als einen Sieg über die außer Kontrolle geratene EU-Verwaltung.

In Wahrheit ist diese Geschichte eine der größten Mythen der EU-Geschichte und geradezu ein Lehr-Beispiel dafür, wie Nationalstaaten und Lobbygruppen die EU als Sündenbock missbrauchen und ihr alle unpopulären Entscheidungen in die Schuhe schieben, um sich selber die Finger damit nicht dreckig machen zu müssen.

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