Ulf Schlüter: „Das hier ist nicht das christliche Abendland“


Superintendent Ulf Schlüter ist die Religionsfreiheit wichtig.Foto: Oliver Schaper
Dortmund diskutiert über das Kopftuch und die Äußerungen von CDU-Politikerin Gerda Horitzky. In unserer Interviewserie erläutern Experten ihre Sicht rund um das Verhältnis von Christentum und Islam in der Stadt. Heute erklärt Ulf Schlüter, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises, warum Christen Identitätsprobleme haben.

Von Sarah BornemannWAZ

Seit Wochen beschäftigt uns eine Debatte ums Kopftuch, die sich auch in den Leserbriefen an die Redaktion niederschlägt. Wie erleben Sie diese Entwicklung?
Als Evangelische Kirche bemühen wir uns seit langem, Dialog, Toleranz und gegenseitiges Verständnis zu fördern. Trotzdem zeigt sich: die Ressentiments sitzen so tief und sind so leicht zu dynamisieren, dass solche Effekte wie in den letzten Wochen entstehen können. Dass das auch nach fünf, sechs Jahrzehnten noch so ist, in denen hier ganz selbstverständlich auch Muslime leben, ist einerseits erschreckend, andererseits muss man es realistisch zur Kenntnis nehmen und darf es nicht verschweigen.