Israel: Keine orthodoxe Bevormundung mehr erwünscht


Israels Oberrabbiner David Lau. Für die Pflege der Religion sind dann die Männer mit den großen Hüten und den langen Bärten zuständig, glauben viele Israelis. (dpa/picture alliance/Maurizio Gambarini)
In Israel bestimmt das orthodoxe Oberrabbinat über Familienstands- und sonstige religiöse Fragen. Reformjüdische Gemeinden werfen dem Rabbinat den Missbrauch einer staatlich gesicherten Vormachtstellung vor und fordern nun die gesetzliche Gleichstellung der verschiedenen Strömungen des Judentums.

Von Ruth KinetDeutschlandfunk

Nach der Gründung des Staates Israel setzte das israelische Parlament ein orthodoxes Oberrabbinat ein, das für alle in Israel lebenden Juden bei zivilrechtlichen Fragen wie Eheschließungen und -scheidungen, bei Erbangelegenheiten und bei der Anerkennung eines Übertritts zum Judentum zuständig ist. Reformjüdische Gemeinden in Israel lehnen es aber zunehmend ab, dass das orthodoxe Oberrabbinat für auch für sie zuständig ist und fordern von der Politik eine andere gesetzliche Lösung:

„Ich bin heute noch mehr der Idee verpflichtet denn je, dass es in Israel eine Gleichstellung geben muss zwischen den verschiedenen Strömungen des Judentums.“

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