Warum Totenruhe doch kein Menschenrecht ist


Ganzkörperreliquie Pater Pios, Bild: wikimedia.org/PD
Zumindest nicht für Promis: Die unglaublichen Schicksale berühmter Leichen zeigen, dass die Totenruhe für Prominente nur eingeschränkt gilt. Steht „R. I. P.“ am Ende doch für „Rest in Pieces“?

Von Ulrich BaronDIE WELT

In seiner 1893 erschienenen Erzählung „The Damned Thing“ hat der große Zyniker Ambrose Bierce zwei bemerkenswerte Maximen formuliert. Die erste lautet „One does not allways eat what is on the table.“ Das steht im Widerspruch zu allen elterlichen Ermahnungen, nach denen was auf den Tisch kommt, auch gegessen werden muss. Im Rahmen dieser Geschichte ist es aber durchaus einleuchtend, weil darin das Objekt einer Leichenschau auf dem Tisch liegt.

Statt dann so genau hinzuschauen wie die Gerichtsmedizinerkrimis und -Filme von heute, diagnostiziert der Erzähler lakonisch: „A man though naked may be in rags“, wobei man sich den englischen Ausdruck „to be in rags“, also zerlumpt sein, in das Bild eines Körpers übersetzen muss, der von einer unbekannten Bestie zerfetzt worden ist.

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