Drei unangenehme Wahrheiten zum Nahost-Konflikt


Ein israelischer Soldat beobachtet Proteste im Westjordanland Foto: picture-alliance/Anna Ferensow
Warum finden Israelis und Palästinenser keinen dauerhaften Frieden? Warum pumpen die Saudis nicht Geld nach Gaza? Warum gibt es dort keine Strandhotels? Drei Gründe, die zu selten benannt werden.

Von Hannes SteinDIE WELT

Eigentlich sollte nichts auf dieser Welt leichter zu lösen sein als der israelopalästinensische Konflikt. Israel beendet die Besatzung des Westjordanlandes und zieht sich auf sein Kernland zurück; die Palästinenser bekommen einen eigenen Staat; die Stadtgrenzen von Jerusalem werden so ausgeweitet, dass sie Abu Dis einschließen; dort nimmt die Palästinenserregierung ihren Sitz ein, so dass Jerusalem tatsächlich die Hauptstadt sowohl der Israelis als auch der Palästinenser wird.

Die Saudis überschütten den neu entstandenen Staat mit Petrodollars, so dass dort ein arabisches Wirtschaftswunder blüht; die Zeit heilt die schlimmsten Wunden; schon in der nächsten Generation gibt es gutnachbarschaftliche Beziehungen. Fertig. Warum ist all das nicht längst passiert? Weil es drei unangenehme Wahrheiten gibt, denen kaum ein Mensch ins hässliche Gesicht schaut.

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1 Comment

  1. Die „Welt“ mault herum:

    „Erstens. In jeder Verhandlung zwischen Israelis und Palästinensern taucht, wie Kai aus der Kiste (! 😉 ) , irgendwann zuverlässig die Forderung nach einem Rückkehrrecht für die palästinensischen Flüchtlinge auf. Gemeint sind die Nachfahren jener Leute, die 1948 im israelischen Unabhängigkeitskrieg geflüchtet sind oder vertrieben worden; mittlerweile handelt es sich um beinahe vier Millionen Menschen. Sie leben in Flüchtlingslagern im Libanon, in Syrien und Jordanien (und auch im israelischen Freiluftgefängnis Gaza und auf der israelisch besetzten Westbank 😉 ) wurden von diesen Ländern (und von Israel 😉 ) nie integriert (anders als die Ostvertriebenen in der Bundesrepublik nach 1949).“

    Der wohlfeile Vergleich der Palästinenser mit den deutschen Vertriebenen durch die Welt einfach pervers. Der israelische Friedensaktivist und Soldat im Unabhängigkeitskrieg Uri Avnery und israelische Historiker beschreiben, wie die „Flucht“ der Palästinenser ins arabische Ausland „organisiert“ wurde: Die Israelische Armee griff damals wahllos Palästinensische Bürger – ganze Ortschaften – auf und exekutierte sie, bis der Rest der Palästinenser um’s blanke Leben in’s „israelische Ausland“ flüchtete. Den Geflüchteten Palâstinensern gehört das meiste an Grund und Boden auf dem Israelis heute siedeln.

    Das Schicksal der deutschen Vertriebenen endete schliesslich in Deuschland, dem Verursacher der Kriegskatastrophe und Kriegsschuldigen. Die Flüchtlinge wurden vom deutschen Staat wenigstens finanziell entschädigt.

    Die Welt sollte eben nicht Äpfel mit Birnen vergleichen….aber das ist offenbar Manifest des Niedergangs deutschen „Qualitätsjounalismus'“.

    Uri Avneri, der aus Westfalen stammede 90 jährige Israeli, beschreibt in seinen „80 Thesen für den Frieden“ das palästinensisch-israelische Problem und auch die Wurzeln des Flüchtlingsproblem ganz anders als die aus Deutschland zuschauende „Welt“:

    „f) Israel wird prinzipiell das Recht auf Rückkehr der Palästinenser als ein unveräußerliches Menschenrecht anerkennen. Die praktische Lösung wird durch ein Abkommen erreicht, das auf gerechten, fairen und praktischen Erwägungen beruht und die Rückkehr auf das Gebiet des Staates Palästina, auf das Gebiet des Staates Israel und Entschädigungen einschließt.“

    http://www.uri-avnery.de/80-thesen-fuer-den-frieden

    http://www.uri-avnery.de/zwoelf-konventionelle-luegen

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