Taliban hissen Flagge auf früherem deutschen Camp


Zwischenerfolg im Krieg in Nordafghanistan: Taliban hissen ihre Flagge auf einem früheren Bundeswehrcamp Foto: etuzeu
Wo früher die Bundeswehr für Sicherheit sorgte, sind jetzt die Taliban wieder auf dem Vormarsch. Die afghanische Armee erleidet schwere Verluste, Zivilisten fliehen vor den islamistischen Kämpfern.

Von Nico WingertDIE WELT

Der Kommandant des schnellen Eingreifverbandes der afghanischen Armee (Quick Reaction Force, QRF), Oberst Abdullah Guard, ist bei den Polizisten ein gefragter Mann. Ihn rufen sie um Hilfe, wenn sie angegriffen werden. Seit Wochen eilt er mit seinen Spezialeinheiten von einem Kriegsschauplatz zum nächsten.

Besonders heftig waren die Attacken der Taliban auf die Stadt Kundus. „Von vier verschiedenen Stellen aus versuchten die Taliban, die Stadt zu erobern“, so der QRF-Kommandant. Die Kämpfe mit den afghanischen Sicherheitskräften sollen fast fünf Tage gedauert haben, nach drei Tagen waren die Taliban bereits innerhalb der Stadt und „starteten koordinierte Attacken an Checkpoints in unterschiedlichen Stadtteilen von Kundus“, beschreibt Polizeisprecher Syed Sarwar Hussani die bedrohliche Lage.

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