Xaivier Naidoo und postmoderne Inquisition?


Der Mannheimer Morgen nimmt Xaivier Naidoo vor Denunziationsjournalismus in Schutz Foto: naidoo records | Alexander Laljak
In der deutschen Medienlandschaft macht sich ein „Denunziationsjournalismus“ breit. Ein Fall für Medienethiker, fordert Gastkommentator

Gerrit Hohagepro Medienmagazin

Seit Sonntag ist die Republik um einen prominenten Bösewicht reicher. Xavier Naidoo heißt er, und er sei, wie bei Spiegel online zu lesen war, „ein politischer Irrläufer, der für neue rechte Überzeugungen steht“. Starker Tobak aus der Feder von Georg Diez ,der sich schon mehrfach durch Totalverrisse von Zeitgenossen hervorgetan hat. Dieses Mal jedoch tobt Naidoos Heimatregion. Multikulti-Xavier – rechts?

Es ist mit dem Mannheimer Morgen ein Printmedium, das in diesem Fall darüber aufklärt, wie weit diese Einschätzung von den nackten Fakten entfernt sei. Demnach hatte Diez einen Spontanauftritt des Künstlers vom Freitag in eine der Montagsdemonstrationen verlegt. Im Nachhinein wurde sogar bekannt, dass dieser Auftritt vom Dokumentarfilmer Harald Woetzel erbeten worden war. Naidoo plauderte dabei über Bankenrettung und Nahrungsmittelspekulationen und am Ende forderte er die Zuschauer auf, sich selbst zu informieren über die Fragen: „Hat Deutschland eine Verfassung? Ist Deutschland noch besetzt? Tut der (sic!) NSA gar nichts Verbotenes, sondern darf er das eigentlich sogar, weil die Deutschen es ihm per Gesetz erlauben? Weil wir eigentlich gar kein richtiges Land und immer noch besetzt sind?“

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1 Comment

  1. Da wirft ein christliches Medienmagazin der freien Presse „Inquisition“ vor. Was fällt der Presse überhaupt ein, über das zu schreiben was Naidoo gesagt hat, und ihn dahin zu verorten wo er sich selbst hingestellt hat?!?! Unverschämtheit. Das dies Thesen sind, die Naidoo seit langem vertritt, lässt man mal so unter den Tisch fallen… Naidoo ist halt einer von ihnen, einer dieser christlichen Medienmacher, der in seinen Liedern so ein schönes Gefühl, eine Zwiesprache mit Gott verpackt. Wenn mans genauer ansieht sind seine Texte so angelegt, dass sich jeder fundamental islamisch oder christliche Bombenleger oder Selbstmordattentäter darin wiederfinden könnte. Mein Eindruck: Die Idee vom Gotteskrieger gegen die Weltverschwörung begleitet ihn schon seine ganze Karriere lang, nur sagt ers jetzt erst so deutlich weil er soviele Gleichgesinnte gefunden hat.

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