Gott will keinen Krieg


Unterstützung für den Ersten Weltkrieg: Gottesdienst der Berliner Jugendkompagnien im Jahr 1915 (Foto: Süddeutsche Zeitung Photo)
1914 riefen auch die Kirchen zum „gerechten Krieg“ auf. Doch im Drohnen-Zeitalter kann niemand mehr Gewalt als Werkzeug Gottes sehen. Was heißt das für die Forderung von Bundespräsident Gauck nach mehr Auslandseinsätzen der Bundeswehr?

Von Margot KäßmannSüddeutsche.de

Am 2. August 1914 spricht der Berliner Hof- und Domprediger Bruno Doehring von den Stufen des Reichstags zu einer großen Volksmenge in einem improvisierten Gottesdienst: „Ja, wenn wir nicht das Recht und das gute Gewissen auf unserer Seite hätten, wenn wir nicht – ich möchte fast sagen handgreiflich – die Nähe Gottes empfänden, der unsere Fahnen entrollt und unserm Kaiser das Schwert zum Kreuzzug, zum heiligen Krieg in die Hand drückt, dann müssten wir zittern und zagen. Nun aber geben wir die trutzig kühne Antwort, die deutscheste von allen deutschen: Wir Deutsche fürchten Gott und sonst nichts auf der Welt!“

Bei solcher Predigt graust es uns hundert Jahre später. Hier haben Menschen Ideologie und Zeitgeist mehr gehorcht als Gott. Auf allen Seiten waren die Kirchen Europas Teil eines national verblendeten Getöses.

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4 Comments

  1. Man könnte meinen, Käßmann hätte noch nid dind bibel in der hand gehabt (in der es vor göttlich angeordneten Kriegen nur so wilmmelt), denn „Der HERR ist der rechte Kriegsmann, HERR ist sein Name.“ (2 Mo 15,3, Lut 1984)

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    1. Das ist aber eines der vielen gewalttätigen Zitate aus der jüdischen Bibel. 😉

      Christliche Gewalttätigkeit drückt das Heilige Buch, die Bibel ungefähr so aus:

      Matthäus 10.34: Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert. 😉

      Lukas 12.51: Meinet ihr, daß ich hergekommen bin, Frieden zu bringen auf Erden? Ich sage: Nein, sondern Zwietracht. 😉

      Auch der abendländische „Apfel“ fällt nicht weit vom Baum. 😉

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  2. Jetzt labert der all-wissende Popanz im Vatikan vom Frieden, welchen die guten moralischen Christen doch alle so sehr lieben – sagt er ganz im Gegensatz zu seinen Stiefelleckern und Arschkriechern in Purpur.. Dabei besagt das RKK Dogma 381 eindeutig, nur wer den Kriegsdienst leistet kann die ewige Gnade Gottes erwarten. Den Frieden zu propagieren und die guten Christen vem Krisdient abzuhalten ist ein Frevel wider Gott und wird sofort mit der grauenhaften Höllenpein bestraft.
    Deswegen schwurbelte Kardinal Michael v. Faulhaber, Erzbischof von München und Freising: „Die Kanonen des Krieges sind Sprachrohre der rufenden Gnade Gottes. Krieg ist der Triumph der sittlichen Weltordnung“.

    Bei so viel gutem Christentum auf einem Haufen kann die Konkurrenz natürlich nicht zurückstehen:
    “In Hitler ist die Zeit erfüllt für das Deutsche Volk, denn durch Hitler ist Christus, Gott, der Helfer und Erlöser, unter uns mächtig geworden. Darum ist der Nationalsozialismus positives Christentum der Tat. Hitler ist jetzt der Weg des Geistes und Willens Gottes zur Christuskirche deutscher Nation” (EKD Präses Müller 1934).
    Der evangelische Generalsuperintendent Otto Dibelius schleimt 1933 wohl wissend was kommt: „Die Kirche „kann und darf den Staat nicht daran hindern, mit harten Maßnahmen Ordnung zu schaffen. Sie werden es erleben, dass das, was jetzt in Deutschland vor sich geht, zu einem Ziele führen wird, für das jeder dankbar sein kann, der deutsches Wesen liebt und ehrt. Die Kirche habe weiterhin aber auch „den Wunsch, das Dritte Reich möge bald so gefestigt sein, dass ´die Gewalt nicht mehr nötig ist.“

    Was ist gegen dies markigen Worte das seichte Gelaber einer Frau EKD-Käsmann, wenn sie gerade nüchtern ist. Was noch als Sahnehäubchen fehlt, ist die Gemeinschaftpredigt der Pfarrerstochter Merkste-was und dem Bundesbegrüßungsonkel

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