Israel auf dem Weg in den „Faschismus“?


Der Haaretz-Journalist Gideon Levy muss in Israel um sein Leben fürchten. Bild: Ludwig Watzal
In Berlin soll es am 14. September 2014 eine Solidaritätsveranstaltung gegen „Judenhass“ und für den Staat Israel geben, an der auch Bundeskanzlerin Angela Merkel teilnehmen und sprechen will.

Von Ludwig Watzal—BETWEEN THE LINES

Anlass seien die jüngsten Fälle von antisemitischen Äußerungen bei Demonstrationen gegen den mörderischen Einsatz der israelischen Armee gegen die Bevölkerung des Gaza-Streifens. Bei diesem Einsatz hat die israelische Besatzungsarmee über 2 100 Palästinenser/innen getötet, davon fast 80 Prozent Frauen, Kinder und ältere Menschen. Fast 500 000 wurden in die Obdachlosigkeit gebombt. Eine Spur der Zerstörung und Verwüstung wurde von der „moralistischen Armee der Welt“ (Ehud Barak) hinterlassen. Bei diesem Amoklauf der „moralischsten Armee der Welt“ kamen auch 65 israelische Soldaten ums Leben.
Dieses Massaker hat aber in Deutschland zu einer der bizarrsten Debatten geführt, und zwar gegen Antisemitismus. Dagegen hat nun der Zentralrat der Juden in Deutschland zu einer öffentlichen Kundgebung in Berlin aufgerufen. Angebrachter und glaubwürdiger wäre jedoch, zu Demonstrationen gegen die rechtsnationalistische Regierung in Israel aufzurufen. In Israel werden bei Demonstrationen immer wieder Nazi-ähnliche Parolen wie „Tod den Arabern“ oder „Araber ins Gas“ von zehntausenden skandiert. Wäre hier nicht Handlungsbedarf angesagt?

2 Comments

  1. Angehöriger eines Opfer-Volks und nicht einmal selbst Opfer gewesen zu sein, macht jemanden zum moralischen, außerhalb jeder Kritik stehenden Übermenschen. Angehöriger eines Täter-Volks zu sein, disqualifiziert nicht Kritik an der Politik ersterer zu äußern.

    Die Kritik an der wahrlich unmoralischen und überzogenen Aktion der israelischen Armee auf Geheiß der israelischen Regierung ist kein Antisemitismus! Daran ändert auch nichts, dass sich (mir höchst ekelhafte) Antisemiten die berechtigte Kritik an der Politik Israels als Mantel umhängen, um ihr eigenes Nazi-Süppchen zu kochen.

    Wer dem Antisemitismus den Zahn ziehen will, täte gut daran, die berechtigte Kritik an der Politik Israels ernst zu nehmen und nicht die Antisemitismus-Karte zu ziehen. Wer mit falschen Antisemitismus-Rufen den Eindruck erweckt, die Politik der Regierung Israels sei originäre „jüdische Politik“, als gäbe es keine (ebenfalls jüdische) Opposition und Friedensbewegung in Israel, treibt dagegen intellektuelle Leichtgewichte den Rattenfängern ins Netz!

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