ARD-Doku Evangelikale: „Journalistisch bedenklich“—suhlen im evangelikalen Selbstmitleid


Der Vorstandsvorsitzende von ERF Medien, Jürgen Werth. Screenshot: ARD.de
Der Vorstandsvorsitzende von ERF Medien, Jürgen Werth. Screenshot: ARD.de
Kritik am journalistischen Vorgehen der ARD hat der Vorstandsvorsitzende von ERF Medien (früher Evangeliums-Rundfunk), Jürgen Werth (Wetzlar), geübt. Er war in dem Film „Mission unter falscher Flagge – Radikale Christen in Deutschland“ um Stellungnahmen zu fünf kritisierten evangelikalen Werken geboten worden.

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Zwar habe ihn die ARD fair behandelt. Das Ergebnis der Recherche schien jedoch „von vornherein“ festzustehen. „Das halte ich für journalistisch bedenklich“, erklärte Werth, der Hauptvorstandsmitglied der Deutschen Evangelischen Allianz ist, gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar). In dem Film wurden folgende Organisationen kritisch dargestellt: das Stuttgarter Gospel Forum, der Verein „Mission Freedom“ (Mission Freiheit) der Hamburger Kämpferin gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution Gaby Wentland, die TOS Gemeinde Tübingen (Tübinger Offensive Stadtmission), die in Berlin und Brandenburg tätige Organisation „Zukunft für Dich“ sowie die Freie Christliche Jugendgemeinschaft (FCJG) in Lüdenscheid. Aus über 30 Minuten Interview seien lediglich ein paar kurze Sätze gesendet worden, die ins Sendekonzept passten, so Werth. Dass es ausschließlich um die „Ränder“ der evangelikalen Bewegung gehen würde, sei ihm vorher nicht klar gewesen. So habe er vorher noch nie etwas von den Vorwürfen gegen Gaby Wentland gehört. Die ARD-Dokumentation legte Wentland zur Last, in einem Video mit der erfundenen Geschichte einer Zwangsprostituierten zu werben. Wentland gehört dem Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz an.

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