Der Aufstieg der Gotteskrieger und die Sehnsucht nach einstiger Größe


Das Phänomen Islamismus analysiert die neue Publikation von Prof. Dr. Tilman Seidensticker (Uni Jena). © Foto: FSU
Einst dachte man an die schöne Scheherazade aus „Tausendundeine Nacht“ oder an weise Sultane und Wesire, wenn vom Orient oder dem Morgenland die Rede war. Inzwischen besetzen Selbstmord-Attentäter und zornige Gotteskrieger häufig die Nachrichtensendungen. Nicht der geheimnisvolle Orient bestimmt das Denken, sondern die diffuse Angst vor dem Kalifat, das Abu Bakr al-Baghdadi Ende Juni 2014 ausgerufen hat.

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„Die muslimische Welt ist gegenwärtig besonders dynamisch“, sagt Prof. Dr. Tilman Seidensticker von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Das Kalifat der Gruppierung „Islamischer Staat im Irak und Syrien“ – bekannt als ISIS und jetzt IS – sei dafür ein gutes Beispiel: Nicht einmal die Taliban waren auf dem Höhepunkt ihrer Macht auf den Gedanken gekommen, wieder ein Kalifat zu proklamieren. Dabei hätte das nahegelegen: Die Sehnsucht nach einstiger Größe sei eine wichtige Antriebskraft der Islamisten, konstatiert Seidensticker, der dem Phänomen des Islamismus in einer aktuellen Publikation nachgeht.

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