Wann ist Selbsttötung christlich vertretbar?


In seinem Buch „Glücklich sterben?“ schreibt der katholische Theologe Hans Küng, dass er den Zeitpunkt seines Todes selbst wählen möchte Foto: Muesse / Verlag Piper | CC-BY 3.0
Darf ein gläubiger Mensch seinem Leben ein Ende bereiten, wenn er es aufgrund von Krankheit und Leid nicht mehr erträgt? Oder verachtet er damit Gottes Geschenk des Lebens? Der katholische Theologe Hans Küng möchte den Freitod wählen und erklärt sich in einem Buch.

Von Jörn Schumacherpro Medienmagazin

Der Theologe Hans Küng, der einerseits als Mitbegründer der Stiftung Weltethos, andererseits wegen seiner Kritik an der Katholischen Kirche bekannt wurde, hat vor einigen Jahren öffentlich gemacht, dass er an Parkinson erkrankt ist. Der 86-jährige in der Schweiz geborene Priester und Buchautor hat schon früher in Vorlesungen seine Meinung geäußert, jeder Mensch solle sein Leben selber beenden können, wenn es für ihn unerträglich geworden sei.

Nun hat er in dem Buch „Glücklich sterben?“, das im Verlag Piper erschienen ist, seine Entscheidung begründet, selbst den Zeitpunkt seines Todes angesichts der fortschreitenden Krankheit wählen zu wollen. Im Buch ist die Abschrift eines Interviews abgedruckt, das Küng mit der Journalistin Anne Will führte, und das die ARD am 20. November 2013 ausstrahlte. Der Theologe erklärt darin: „Ich weiß, dass mein Leben sich vollendet hat, dass ich weiter keine Aufgaben mehr zu erfüllen habe, dass es einfach Zeit ist. […] Ich möchte so sterben, dass ich noch voll Mensch bin und nicht nur reduziert auf ein vegetatives Dasein. Oder wie mein Freund Walter Jens eigentlich auf die Kindheit zurückgeführt.“

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