Dodo des Monats August 2014: Michael Blume


Dodo des Monats August 2014
Dodo des Monats August 2014


michael-blume„Atheistische Populationen verebben“, so dumm wie falsch.
Es gab mal eine Zeit, um nicht zu sagen es war einmal, da waren Kinder Reichtum und die Ursachen sind damals wie heute sozial und wirtschaftlich begründet. Man möchte meinen das Michael Blume noch in dieser alten Zeit hängt, die heutige Realität als eine Art holistische Wellenfront abtut.

Unbenommen sein Glaube an den imaginären Freund, richtig auch die Tatsache, dass säkulare Gesellschaften momentan einen Prozess der Stagnation durchlaufen, während religiöser Mainstream, der auch den Fundamentalismus ermöglicht und bedingt, auf dem Vormarsch ist. Genau das macht dummes Geschwätz zu dem noch gefährlich.
Religionswissenschaftler Blume hat sich mit allen möglichen beschäftigt, von Engelkunde, Wirkung und Wissenschaft, über die Illuminaten, Baptisten, Quäker, Freimaurer, Rosenkreuzer und dem menschlichen Hunger nach Göttern. Sein Lieblingswort „Evolution.“ Und Darwin ist sein Lieblingsfeind, die „Darwinisten“, welch ein Wort, sind diejenigen an denen er seinen göttlichen Unfug abarbeitet. In all seinen „Werken“ lässt Blume etwas vermissen, die Distanz des Wissenschaftlers zum Objekt der Forschung, das kritische Hinterfragen der eigenen Position in der Sichtweite der Forschungsergebnisse. Statistiken, Studien, Analysen werden durch ihn regelrecht vergottet. Und so sind all seine „Sachbücher“ religiös verbrämte, subjektiv eingefärbte persönliche Meinungen. Das Wort Wissenschaftstheorie möchte man gar nicht in den Mund nehmen.
Blume ist  Kreationist, das Wirken des imaginären Freundes, der himmlischen Spukgestalt, zieht sich wie ein roter Faden durch seine Argumentation, Gott in den Knochen, im Gehirn und in den Genen, bleibt die Frage ob Gott auch im Rectum steckt.

Die Feststellung, dass es „ohne Religion an Kindern fehlen“ würde ist sozialdarwinistisch und passt zu ihm. Nur religiöse Menschen handeln moralisch, setzen Blagen in die Welt und sorgen dafür das die Menschheit nicht ausstirbt. Soweit der krude Stuss.
Hier überträgt er die Theorie der Auslese(Darwin) auf soziale, wirtschaftliche und moralische Verhältnisse der menschlichen Gesellschaft. Religiöse Menschen sind sozial, weil sie mehr Kinder in die Welt setzen.

Blume will es den Darwinisten, den Evolutionsbiologen, Genetikern uvam. zeigen, nämlich, ihr entzaubert Gottes Schöpfung in erbärmlicher Art und Weise und ich der Religionswissenschaftler Blume entzaubere euch.

Er stellt sich auf das statistische Mittel seiner eigenen Hypothesen und erklärt dem Rest der Welt, dass sie alle Unrecht haben.

Michael Blume

Ein Beispiel: Wenn ich glaube, dass es zu Gottes ersten Worten in der Bibel gehört, wenn er sagt: „Seid fruchtbar und mehret euch“, dann spielt es für religiöse Menschen eine Rolle, dass wir den Auftrag haben, eine Familie zu gründen und kinderreich zu sein. Zum anderen ist da die Motivation. Wenn wir als Menschen nicht nur vor uns hinleben, sondern uns wirklich einer Sache verschreiben wollen, brauchen wir tiefe religiöse Überzeugungen. Und das beides zusammen bewirkt diesen ganz starken Effekt.

So ein Blödsinn, wir brauchen eben keine tiefen religiösen Überzeugungen um ein gutes Leben zu leben. Blume betreibt hier Afterdienst Gottes, ganz im Kantschen Sinne.

Grundlegend und abschließend, die Aufklärung ist an Herrn Blume vorbei gegangen, getreu dem Motto, die Intelligenz verfolgt dich, du bist schneller.

In dem Sinne, herzlichen Glückwunsch zum Dodo, ich bin der festen Überzeugung, dass weitere folgen werden.

14 Comments

  1. Ich überfliege regelmäßig „The Skeptator“, darin gibt es viele „Scilog“-Beiträge und über einen solchen bin ich per irgend einen Link auf Michael Blumes Artikel „Warum der Rationalismus evolutionäre Prozesse nicht ersetzen und nicht einmal verstehen kann“ gelandet. Ich habe den Beitrag gelesen und mich mehr und mehr gefragt – huch, ist das denn? Bin ich hier auf einer Skeptiker-Seite? kann doch irgendwie nicht sein! –
    Google Suche nach Blume führte mich dann zum Dodo des Monats (der mir schon bekannt war).
    Hier ist wahrscheinlich nicht der richtige Ort für mein Gemotze, denn ich finde den Dodo des Monats für ihn völlig gerechtfertigt (er freut sich ja selber darüber in seiner Danksagung, eine win-win-Situation also für alle Beteiligten).
    Ich will aber motzen und zwar auf den Skeptator, der Blogbeiträge von Scilogs bringt, und zu Scilogs gehört ein Blume, der ja wohl dem Skeptizismus konträre Positionen vertritt.
    Ich bin kein Wissenschaftler und kein Akademiker, ich bin als ein durch einen üblen Fall von Sekten-Esoterik-Quantenheilungskram-Kreonschule usw im engsten Familienkreis nach Erklärungen und Trost und Hilfe Suchender vor einigen Jahren in den Bereich der Skeptiker und ihrer Netzpublikationen geraten.
    Irgendwie fühle ich mich jetzt wie jemand, der in der technischen Abteilung der Stadtbücherei ein Buch ausleiht, das ihm helfen soll sein Auto zu reparieren und der darin den Ratschlag findet, sein Auto von einem Autogeistheiler besprechen zu lassen oder so.

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  2. Nachtrag zu den tollen USA

    Der US-Staat Idaho zwingt Eltern durch ein Gesetz kranke Kinder dem Arzt vorzuführen, anstatt sie wie üblich durch Beten heilen zu wollen. Kinder erkranken oft an Mumps, Röteln, Masern, Lungenentzündung, Vergiftung usw. Die Gebete der Eltern überleben sie nur selten, während Antibiotika einfach ihr Leben rettet. Verdummbibelte Republikaner wie Christy Perry stimmen gegen das Gesetz, für sie leben die toten Kinder ewig glücklich in Gottes Paradies. Kreationistische Republikaner in Alabama beschließen 2011 das Gesetz HB-56, Immigranten werden die Verfassungsrechte verweigert und strikten Kontrollen unterworfen. Binnen Wochen sind Hunderttausende in die Nachbarstaaten geflohen. Die Ausfälle im Bauwesen und Landwirtschaft bewirken 50% Steuerausfälle von etwa 11 Milliarden US$ und 140.000 verlorene Arbeitsplätze durch Insolvenzen. Den Republikanern wird klar, ihr HB-56 Anti Immigration Law für neue Arbeitsplätzen von US-Christen auf Kosten der Immigranten ruiniert die Wirtschaft.

    In den USA mangelt es an sozialer Sicherheit, bei etwa 10% Arbeitslosigkeit an medizinischer Versorgung für 30-45% arme Schichten, dafür totale Überwachung mit limitierten Rechten. Einfache medizinische Tests kosten 4-stellig, ambulante Eingriffe 5-stellig und Operationen mit Intensivstation 6-stellige US$ Beträge, was sich kein Durchschnittsverdiener leisten kann. Absolventen christlich entstellter Bildung werden als Idioten an Universitäten wie Harvard, Stanford, Yale, Princeton usw. kaum noch zugelassen, von großen Konzernen nicht eingestellt oder wegen fachlicher Unfähigkeit gefeuert. Die University-of-California lehnt Absolventen der Christians-Schools-International Schulen, den 300 Voucher Schools, den 65 mit 82 Mill. US$ geförderten „charter schools“ und „home schooling“ ab. Die Religioten versagen bei den Aufnahmeprüfungen fast zu 100%. Ein Gerichtsurteil bestätigt der University-of-California dies Vorgehen. Die Forderung der Religioten der TEA Party alle Ausländer sollten das Land verlassen und für US-Amerikanern Platz machen, beträfe 85% aller US Wissenschaftler.

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  3. Das ist sas typische Gewäsch christlicher Dumpfbacken.

    Der Soziologe Gregory Paul veröffentlicht 2005 im Journal of Religion and Society im Vol.7 eine Studie über die gesellschaftlichen Folgen der Bigotterie in wohlhabenden Demokratien und nutzt Umfragen und Statistiken zu Verhaltensweisen und Straftaten. Das Material berücksichtigt Industrieländer mit etwa 800 Mio. Menschen. Die Studie widerlegt die Behauptung das Zombie Geschwurbel garantiert eine moralisch gute Gesellschaft. Das Gegenteil trifft zu, unter dem ständigem Gotteshumbug gibt es mehr Morde, Kriege, Amokläufe, Drogendelikte, Sterblichkeit der Jugend, sexuelle Infektionsleiden, 800.000 Schwangerschaften/Jahr Minderjähriger, Abtreibungen, Vergewaltigungen und Hundertausende Autodiebstähle pro Jahr von 14-18 Jährigen Gangkids überwiegend Bildungsabbrecher. Nach einer Umfrage von 2013 des „Federal Bureau of Prisons“ sind unter 1% der 2,3 Millionen US-Gefängnisinsassen Atheisten.

    Die USA als dysfunktionalste Demokratie schneidet immer fataler ab, das Land liegt 2013 als Industrienation auf Platz 24 von 142 Ländern weit hinter Canada, Norwegen, Dänemark, Schweden, Neuseeland usw. Das Einkommen der breiten US-Mittelklasse fällt schneller als die Inflation des US$, wenige schaffen es noch mit nur 1 Job ihre Familie zu ernähren. Die legal gewählte Diskrepanz von Bigotterie und Wissenschaft führt zu absurd entstellter Bildung, Armut, Fanatismus, Massakern, Gewalt, gerechte Kriege, extrem hohe Kriminalitätsraten. Farbige stellen 75% der durch DNA-Tests belegten Fehlurteile, im forensischen Kriminallabor von Dallas lagern 2007 etwa 19.500 Proben unbearbeiteter Fälle von Vergewaltigung, in 50 Jahren werden 173 Todesurteile verhängt, die Verurteilten sind später nachweislich unschuldig. Die USA haben mit 2,3 Mio. Gefängnisinsassen das 10-fache der eher säkularen EU-28 bei 300-fach höherer Rate an Geschlechtskranken. Der Soziologe Paul Kellermann berechnet für einen US-Gefängnisplatz je nach Sicherheitsstufe 25.000 – 50.000 US$/Jahr, in der Summe etwa 70 Milliarden US$/Jahr um die zu 99% „lieben guten Christen“ dauerhaft einzusperren.

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  4. Die Frage, ob Gott auch im Rectum steckt, lässt sich leicht klären. Man braucht bloß nach „Steißbeinwunder“ zu googlen. Damit findet man noch blödere Gottesbewweise als bei Michael Blume, aber sein Dodo geht schon in Ordnung, auch wenn in der Laudatio die Begründung zu kurz kommt.

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  5. Manche Atheisten tragen erheblich dazu bei, dass Atheismus, von Religioten als „eine Art Glauben“ (im religiösen Sinne) abgetan wird. Da läuft diesbezüglich gerade irgendetwas leicht schief. 😉

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  6. Mal abgesehen davon, ob Herr Blume Recht oder Unrecht hat finde ich in diesem Artikel nur wüste Beleidigungen und Unterstellungen. Keinerlei konkrete Beispiele die eine Schmähung wie den Dodo des Monats (der m.e. auch schon berechtigt vergeben wurde) rechtfertigen würden. Schönes Eigentor, Leute. Echt jetzt

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    1. Steht doch im Text: „richtig auch die Tatsache, dass säkulare Gesellschaften momentan einen Prozess der Stagnation durchlaufen, während religiöser Mainstream, der auch den Fundamentalismus ermöglicht und bedingt, auf dem Vormarsch ist.“

      Wobei „Stagnation“ als ein Euphemismus des Autors für „Verebben“ zu betrachten ist, den Begriff den der Preisträger häufiger benutzt.

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  7. Sorry, Leute, der Artikel ist erbärmlich und eure Kritikfähigkeit schlicht nicht vorhanden.
    Blume hat sachlich mit seiner Aussage Recht, auch wenn man ihn in Teilen sicher kritisieren kann.
    Claudia (Atheistin)

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    1. Ich möchte die Preisverleihung und Begründung hier nicht verteidigen, aber ich finde, wenn man sagt, dass M. Blume sachlich mit seiner Aussage Recht hat, sollte man hinzufügen sagen, welche Aussagen gemeint sind.

      Ist es z. B. sachlich gerechtfertigt, die Mechanismen und Prinzipien der biologischen Evolution auf soziokulturelle Phänomene zu übertragen?

      Ist es also richtig, eine Religionsgemeinschaft als eine evolutionsbiologische Population zu betrachten, die sich in Konkurrenz zu anderen Populationen durch entsprechende Fortpflanzungsraten behaupten muss?

      Diese Fragen berühren m. E. nicht „Teile“ von M. Blumes Aussagen, sondern stehen im Zentrum.

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