Epigenetik: Schiebt es nicht auf die Mütter!


image: Mirny et al/MIT
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Welche Auswirkungen auf das ungeborene Kind haben gesundheitliche Einflüsse auf dessen Vorfahren? Das ist ungeklärt, führt aber zu erregten Diskussionen, warnen Forscher um Sarah S. Richardson von der Harvard University in Cambridge.

Sarah S. Richardson, Cynthia R. Daniels, Matthew W. Gillman, Janet Golden, Rebecca Kukla, Christopher Kuzawa und Janet Rich-EdwardsSpektrum.de

Sei es in der alten Volksmedizin oder in unserer modernen Welt – schon immer wollten wir wissen, welche Erlebnisse einer Schwangeren ihr ungeborenes Kind prägen. Die letzte Welle dieser Diskussion kommt aus der Epigenetik, einem Forschungszweig, bei dem es um vererbbare Veränderungen der DNA geht, die zwar die Genaktivität, nicht aber die Nukleotidsequenz beeinflussen. Diese DNA-Modifikationen sollen eine Rolle dabei spielen, ob unsere Kinder in der Zukunft an Fettleibigkeit und Diabetes erkranken oder mangelnde Stressresistenz entwickeln.

Die Schlagzeilen in der Presse zeigen, wie die neuen Erkenntnisse oft einseitig auf den Einfluss der Mutter reduziert werden. „Ernährung der Mutter in der Schwangerschaft verändert Baby-DNA“ (BBC), „Omas Erfahrungen beeinflussen deine Gene“ (Discover) oder „Schwangere Überlebende vom 11. September gaben Trauma an Kinder weiter“ (The Guardian). Der Einfluss des Vaters, des Familienlebens und des sozialen Umfelds bleiben hierbei völlig unbeachtet.

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1 Comment

  1. Das Hominide Erbgut enthält 23.000 Gene, 4.000 weniger als Unkraut und 4.000 mehr als ein Fadenwurm. In 50.000 Jahren ändern sich 1.800 Genome des Erbgutes bezüglich Lebenszeit, Nahrung, Fortpflanzung, Krankheit und Funktion der Nervenzellen. Die Epigenetik überträgt Umwelteinflüsse während der Keimzellenbildung ins Erbgut.

    Auf einer nordischen Insel (habe vergessen welche) existieren Aufzeichnungen über Jahrhunderte an Generationenfolgen der Bewohner. Damit ließen sich die Einflüsse von Vererbung und Naturkatastrophen gut auseinanderhalten zusammen mit deren Vererbung auf nachfolgende Generationen

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