Neuer Militärbischof Rink: „Waffen in den Irak? Da tue ich mich schwer“


Ab Montag ist er der erste hauptamtliche evangelische Militärbischof: Sigurd Rink (53). – Foto: Imago
Militärbischof Sigurd Rink, der heute ins Amt eingeführt wird, sprach mit dem Tagesspiegel über gerechten Frieden, Waffenlieferungen an Kurden im Irak, die Positionen von Bundespräsident Joachim Gauck und einen Militäreinsatz in der Ukraine.

Von Ulrike SchefflerDER TAGESSPIEGEL

Die Evangelische Kirche spricht in der Frage von Militäreinsätzen nicht mit einer Stimme. Es gibt Radikalpazifisten wie Margot Käßmann, die die Bundeswehr abschaffen wollen, und Pragmatiker, die ein militärisches Engagement unter bestimmten Umständen nicht ausschließen. Warum kann man keine gemeinsame Position finden?

Es gibt sicher unterschiedliche Stimmen im Konzert der EKD, ich glaube allerdings, dass diese Positionen durchaus miteinander vereinbar sind. Man sollte bei aller Pragmatik nicht gering schätzen, dass jemand wie Margot Käßmann sagt, ich schaue jetzt mal, wo ich eigentlich hin möchte.

Indem sie Gewährsmänner wie Mahatma Gandhi oder Martin Luther King zitiert, macht Margot Käßmann deutlich, dass am Ende aller Überlegungen die Vision eines gerechten Friedens steht. Sie räumt ja ein, dass sie sich so etwas wie internationale Polizeieinsätze vorstellen kann. Sie weiß also, dass man in gewissen Situationen um Recht schaffende Gewalt nicht umhinkommt. Im Übrigen gibt es durchaus eine gemeinsame Position der Evangelischen Kirche zu Militäreinsätzen: die Friedensdenkschrift von 2007.

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