Knockout für Pazifisten?


Bild: nationalreview.com
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Die „Natur des Menschen“ wird gegen Kritiker der Militärpolitik ins Feld geführt.

Von Arno KlönneTELEPOLIS

Werbende Botschaften für die Beteiligung der Bundesrepublik an Waffengängen out of area liegen derzeit im Trend – bei der politischen Prominenz und den meisten Medien jedenfalls. Die Akzeptanz dafür beim Publikum hält sich immer noch sehr in Grenzen. Da werden diskursive Verstärker benötigt, denn friedensbewegte „Altlasten“ sind zu entsorgen. In der F.A.Z., die sich seit längerem einer solchen Aufräumarbeit eifrig annimmt, publizierte nun zu diesem Zwecke das Redaktionsmitglied Christian Geyer einen Beitrag „Pazifismus – ein Abgesang“, rechtzeitig zu einem Erinnerungstermin, dem 1.September.

Geyer stellt erleichtert fest, dass von einer kriegsgegnerischen Bewegung hierzulande derzeit nichts zu bemerken sei. „Pazifismus, einst ein Straßenfüller“, sei offenbar „zu einem Ideologem von vorgestern“ geworden, zumindest „mucke er nicht auf“, und ehemalige Verkünder der Devise „Frieden schaffen ohne Waffen“ hätten sich in zaghafte Befürworter von Waffenlieferungen und militärischen Hilfeleistungen verwandelt. Derartigen Halbherzigkeiten will Geyer ein Ende machen. Sein schlagkräftig gemeinter (freilich ernährungswissenschaftlich nicht gerade versierter) Vergleich: „Es ist mit dem Pazifismus wie mit dem Vegetarismus. Ein bisschen geht nicht.“ Ein pazifistisches Politikmuster sei „nur rein oder gar nicht zu haben.“

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