Evolution in der Ursuppe


Ausschnitt aus einem Video zum Miller-Urey-Experiment; The Community College Consortium for Bioscience Credentials/CC BY 3.0
Erstmals konnten Forscher in einer Computersimulation zeigen, dass unter den atmosphärischen Bedingungen in der Frühzeit der Erde die Entstehung komplexer Moleküle nicht nur möglich, sondern folgerichtig ist.

Von Matthias GräbnerTELEPOLIS

Vor vier Milliarden Jahren war die Erde noch jung und wild. Was dann passierte, davon können heute keinerlei Zeugen mehr berichten. Bekannt sind nur zwei Tatsachen: Dass am Ende einer Millionen Jahre dauernden, chemischen Evolution die Entstehung von Leben stand. Und dass die Atmosphäre der Erde damals aus Methan (CH4), Ammoniak (NH3), Wasser und Wasserstoff bestanden haben muss. In einem damals Aufsehen erregenden Experiment haben Harold Urey und sein Doktorand Stanley Miller 1953 gezeigt, dass sich unter Energiezufuhr aus diesen Stoffen Aminosäuren bilden können – die Bausteine des Lebens. Als Energielieferanten könnten dabei die in der Frühzeit der Erde häufigen atmosphärischen Entladungen in Form von Blitzen gedient haben.

Das Experiment stieß nicht auf ungeteilte Zustimmung, auch wenn andere Forscher mit ähnlichen Versuchen fortfuhren und auf ähnliche Weise weitere komplexe, zur Entstehung des Lebens nötige Moleküle erzeugen konnten. Je nach Variation der Umweltbedingungen waren andere chemische Reaktionen die Folge. Womöglich haben auch UV-Strahlung, Radioaktivität, die Wärme unterseeischer Quellen oder gar die Schockwellen eines Meteoriteneinschlags die für die Entstehung komplexer Verbindungen nötige Energie geliefert?

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