Caritas: Beschwören einer „Flüchtlingswelle“ ist Angstmacherei


Generalsekretär der Caritas Österreich, Wachter, verweist auf Österreichs Solidarität in Ungarn- und Jugoslawienkrise und nennt derzeitige Lage „bewältigbar“ – Kirche hilft bei Quartiersuche, die letztlich aber Aufgabe des Staates ist

kathpress

Das Beschwören einer „Flüchtlingswelle“ durch Politik und Medien ist überzogen und wird zum Teil suggestiv eingesetzt, „um Angst zu schüren“. Wie der Generalsekretär der Caritas Österreich, Bernd Wachter, in einem „Kathpress“-Interview zur aktuellen Asyldebatte feststellte, sei der momentane Zustrom an Heimatvertriebenen „durchaus bewältigbar“, gemessen an vergangenen Ereignissen wie der Ungarn- oder der Jugoslawienkrise, wo Österreich tatsächlich eine „Flüchtlingswelle“ erreicht habe.

Wachter untermauerte seine Einschätzung mit einem Zehn-Jahres-Vergleich: 2004 seien in Österreich knapp 25.000 Asylanträge gestellt worden, heuer im ersten Halbjahr waren es laut dem Innenministerium erst 8.240. Auch wenn es im Juli eine Steigerung von 19 Prozent gegenüber 2013 gab, ist nach Caritas-Einschätzung eine Gesamtzahl für 2014 zu erwarten, die unter jener von 2004 liegt. Aktuelle Krisenherde wie der Irak oder Syrien würden die Situation derzeit verschärfen, aber vor keine Probleme stellen, die bei entsprechendem politischen Willen und vor allem konstruktiveren Zusammenwirken von Bund und Ländern nicht lösbar wären.

Gerade hier hapert es laut Wachter: Bund und Länder würden sich in regelmäßigen Abstanden ein unwürdiges Tauziehen um Flüchtlinge liefern und diese wie „heiße Kartoffeln“ behandeln.

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