Wenn Tierrechtler dogmatisch werden


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Auch Wissenschaftler sind nicht frei von Dogmatismus. Gerade in der aktuellen Diskussion um Tierrechte ist eine Art Ideologisierung darwinistischer Positionen zu beobachten.

Von Timo SteinCicero

Auf den Stufen vor dem Berliner Bahnhof Friedrichstraße sitzt sie. Beziehungsweise steht sie. Und hackt. Die einbeinige Krähe kämpft mit den Überresten einer Stulle. Eine Taube wackelt herbei, hält ehrfürchtig Abstand. Einbeinige Krähe schlägt zweibeinige Taube. Eine zweite Taube taucht auf. Immer noch kein Eingreifen. Sie stehen zu zweit da und gucken blöd. Einbeinige Krähe schlägt zwei zweibeinige Tauben. Und wir reden hier von Bahnhofstauben, also den verruchten, zotteligen, nimmersatten, eigentlich mit allen Wassern gewaschenen Tauben.

Schließlich sind es fünf bescheuert glotzende Bahnhofstauben, die der einbeinigen Krähe das Futter überlassen. Einbeinige Krähe schlägt fünf zweibeinige Tauben. Die Gleichung ließe sich beliebig fortsetzen. Und während ich mich frage, wie viel dämliche Bahnhofstauben es wohl braucht, um einer einzigen einbeinigen Krähe das Futter streitig zu machen, schießt ein dicker Spatz ins Bild und pflückt sich wieselflink eine Brotkrume heraus. Die Krähe zuckt kurz. Die Tauben gucken weiter blöd.

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