Gesundheit in christlicher Geiselhaft


Hermann Gröhe, Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA-3.0-de/Laurence Chaperon

Gesundheitspolitik in Deutschland wird leider unter religiösen Prämissen gestaltet, vor allem wenn Politiker ihre Glaubensinhalte zur politischen Maxime erheben. Planung, Organisation, Steuerung und Finanzierung des Gesundheitssystems ist Aufgabe der Gesundheitspolitik. In Gesetzen und Verordnungen werden die Beziehungen von Verbänden der Krankenkassen, der Krankenhausträger, der Ärzte und Apotheker und der Pharmaindustrie ausgehandelt und geregelt. Der Bürger, Subjekt der Gesundheitspolitik, sollte Nutznießer der politischen Ausgestaltung des Gesundheitsbereichs sein. Die Realität ist eine andere.

Politiker, christliche Moralapostel, egal ob evangelisch oder katholisch, beeinflussen die Gesundheistpolitik mit ihren, teils bigotten, religiösen Vorstellungen. Das geht soweit, dass man Gesundheitspolitik mit dem Strafgesetzbuch verwirklicht. Der mündige Bürger wird kriminalisiert. Gottgefälliges Saufen ist legal, Rauchen ebenso, ökonomische Zwänge, Lobbyismus und jede Menge Geld stehen dahinter. Drogenpolitik ist Gesundheitspolitik die mittels Strafgesetzbuch verwirklicht wird. Über die Unsinnigkeit dieses Konstrukts bestehen seitens der Politik keine Einwände. Politik wird unsinnig. Jeder Erwachsene sollte selbst entscheiden können, ob und welche Drogen er einnehmen will, ohne dafür kriminalisiert zu werden. Die Entmüdigung der gesellschaftlichen Individuen ist signifikant und auf Dauer betrachtet nicht von Erfolg gekrönt.

Geht es um Sexualität und mögliche Folgen ist es ganz aus, obskure moralische Vorstellungen finden Eingang in den Prozess politischer Willensbildung. Ein Beispiel, die Pille-danach. In den meisten europäischen Ländern ist die Notfallkontrazeption rezeptfrei zu haben. Selbst Spanien verweigert sich nicht vernünftiger Gesundheitspolitik. Die Widerstände in Deutschland sind groß, aber nicht weil man Frauen schützen will.
Die Pille danach gilt als das Verhütungsmittel für den Notfall: Nicht nur, wenn das Kondom versagt hat, sondern auch, wenn eine Frau vergewaltigt wurde. Bisher ist das Medikament auf der Basis von Levonorgestrel in Deutschland verschreibungspflichtig. Kritische Situationen in Sachen Verhütung, ob nun nach einer Vergewaltigung, dem Versagen des Kondoms, werden verwaltunsgrechtlich mit dem Rezept geregelt.
Seit mindestens 2003 tobt nun eine Debatte um die Entlassung der Pille-danach aus dem rechtlichen Strafvollzug. Bereits 2010 kam die Weltgesundheitsorganisation zu dem Schluss, dass das Präparat ohne ärztliche Beratung eingenommen werden kann.
Den Bundesrat wollten Länderpolitiker aus der SPD und den Grünen im Frühjahr 2013 nutzen, um die Rezeptfreiheit der Pille danach endlich zu erreichen. Die Regierungen von Baden-Württemberg (Grüne/SPD) und Nordrhein-Westfalen (SPD/Grüne) bereiteten einen entsprechenden Antrag für die rezeptfreie und kostenlose Abgabe von Levonorgestrel vor. Im November stimmte der Bundesrat mehrheitlich für diesen Antrag. Die Bundesregierung wurde darin aufgefordert, eine entsprechende Verordnung zu erlassen.

CDU-Gesundheitsminister Gröhe lehnt ab, Kerl der er ist, maßt er sich an über die Befindlichkeiten von Frauen zu entscheiden. Frauen bevormundend, schränkt er deren Rechte, auf der Grundlage seiner religiösen Überzeugungen ein. Notlagen interessieren ihn nicht.
Im April legte das Bundesgesundheitsministerium dem Bundesrat erneut eine Verordnung vor, in der die Anerkennung von Rezepten aus anderen EU-Mitgliedstaaten geregelt wird. Der Bundesrat hatte diese Umsetzung einer EU-Richtlinie daran gebunden, dass die Frage der Pille danach ebenfalls neu geregelt wird, und die Verordnung deshalb seit November 2013 blockiert. Diese Blockade hob der Gesundheitsausschuss des Bundesrates im Mai auf. Jedoch schob der Bundesrat mit der Mehrheit von elf Ländern sofort einen neuen Antrag zu Levonorgestrel nach.

Mit der derzeitigen Bundesregierung und dem christlichen Gewühl in den Gebärmüttern dürfte eine Änderung in absehbarer Zeit nicht möglich sein.
Zumal noch wirtschaftliche Aspekte eine nicht unbedetende Rolle spielen. Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte wird in Deutschland pro Jahr 400 000 mal die Diagnose »Notfallkontrazeption« gestellt. Allein für die Beratung können die Ärzte in diesem Fall 7,19 Euro abrechnen, kombiniert mit einer Untersuchung dann 11,45 Euro. Unter dem Strich könnte bei Rezeptfreiheit zumindest ein Teil der bisher gesicherten 2,9 Millionen bzw. 4,6 Millionen Euro wegfallen.
Gesundheit ist Ware, moralische Wertigkeiten, zumal noch christlich determiniert, die Verpackung zur Entmündigung der Bürger, hier der Frauen.

Ebenso bigott ist die von Gröhe geführte Debatte zum Thema Sterbehilfe. Religiöse Dogmen werden politisch festgeschrieben, getreu dem Motto, weil ich die Macht habe und die moralischen Voraussetzungen lege ich fest, wie gestorben wird. Die Menschen haben eigene und vor allem andere Vorstellungen, wie auch durch Umfragen belegt ist. Die politischen Gottesknechte berührt das nicht. Gesundheitspolitik unter christlicher Zwangsverwaltung.

2 Comments

  1. Laut RKK Erzbischof Maputo Francisco Chimoio sind in Südafrika vom Hersteller mit HIV infizierte Kondome Schuld an 800 AIDS Opfer/Tag. Für Papst Ratzinger sind 13 Mill. HIV Infizierte in Afrika ganz normal „Die Immunschwächekrankheit AIDS ist nicht mit Kondomen zu überwinden, im Gegenteil, das verschlimmert nur das Problem“. In der Bibel garantiert Jesus jedem Einfaltspinsel die Erfüllung aller Wünsche durch beten. Keiner muss arbeiten, so ein Paradies gibt es in Cuba (20 US$/Monat), Venezuela, Rusland usw. Real ist beten reine Zeitvergeudung, es lindert allenfalls die kranke Paranoia ohne jemals zu helfen.

    Im RKK Dogma No.381 gelten Fasten, Almosen und der Kriegsdienst als unverzichtbar um die ewige göttliche Gnade zu erreichen, jeder Aufruf gegen Krieg wird als göttlicher Frevel sofort mit furchtbarer Höllenpein bestraft. Kardinal Meisners betreibt dreist wie immer Kriegswerbung: „Ein Volk könne nur beruhigt sein, wenn es wisse, dass die Waffen zur Verteidigung und Erhaltung des Friedens in Händen seien, deren Köpfe und Herzen um ihre Verantwortung vor Gott und der Welt wissen. In betenden Händen‘ sei die Waffe vor Missbrauch sicher“. Kardinal Michael v. Faulhaber, Erzbischof von München und Freising, schwurbelt: „Die Kanonen des Krieges sind Sprachrohre der rufenden Gnade Gottes. Krieg ist der Triumph der sittlichen Weltordnung“.

    Die gerechten Kriege als Genoziden oder Ethnoziden haben zu 95% Christen mit gesegneten Waffen geführt. Beide Amtskirchen haben Militärbischöfe die fleißig Kriegswaffen segnen, als ob es für Panzer oder Kanonen wichtig wäre evangelisch oder katholisch zu schießen. Die Priester versprechen glorreiche Siege im nächsten gerechten Krieg, jagen die Menschen in Not und Elend, verteufeln die bösen Feinde, verspotten die Kriegsopfer als schwach im Glauben und erschwindelt sich von den Überlebenden Geld für Protz, Prunk und neue Kirchen. Die gleiche Religion verspricht dem Feind gleichfalls viele Siege durch Zombies Hilfe und verkauft ewige himmlische Gnade gegen Geld als Verarschung von Einfaltspinseln.

    Die „Genfer Deklaration des Weltärztebundes“ spezifiziert detailliert: „Ich werde mich in meinen ärztlichen Pflichten meinem Patienten gegenüber nicht beeinflussen lassen durch Alter, Krankheit oder Behinderung, Konfession, ethnische Herkunft, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, politische Zugehörigkeit, Rasse, sexuelle Orientierung oder soziale Stellung“. Diese Erklärung fällt unter die Menschenrechte, sie ist für die katholische Medizin und Dogmatik nicht bindend. Das Grundgesetz der BRD regelt dies Recht deutlich und klar, was beide Amtskirchen nicht daran hindert fortlaufend dagegen zu handeln und das als edle Christenmoral zu feiern:

    Epikur (341-271 v.C.) erkennt das Dilemma mit Zombie:“Entweder will Gott alles Leid der Welt beseitigen und kann es nicht, oder er könnte es, will es aber nicht“. Die RKK negiert die Menschenrechte und diskriminiert extrem in Universitäten, Kindergärten, Schulen, Heimen, Kliniken mit Diakonie (500.000 Mitarbeiter) und Caritas (507.000). Für Papst Ratzinger steht jedes Verbrechen der RKK über den Menschenrechte: „Man kann sich darum nicht auf diese Rechte des Menschen berufen, um sich den Äußerungen des Lehramtes zu widersetzen. Hier von der Verletzung von Menschenrechten zu reden, ist fehl am Platze, denn man verkennt dabei die genaue Hierarchie dieser Rechte“ Lehramt besagt die Unfehlbarkeit des Glaubens ist ohne jeden Zweifel oder Kritik zu akzeptieren, Papst Innozenz II hat das per Heiliger Inquisition mit brutaler Gewalt ähnlih heutigen IS-Terroristen an Mill. Opfern ausführen lassen.

    Staaten welche die Menschenrechte akzeptieren handeln laut Holocaust Leugner Bischof Williamson in Todsünde. Not, Leid und Elend sind Strafen Gottes für begangene Sünden, das mit moderner Medizin heilen zu wollen ist Gottesfrevel und wird mit grauenvoller Höllenpein bestraft. All-wissende Päpste wie Leo XII geifern gegen jede Gesundheitsvorsorge: „Jeder, der eine solche (Pocken)Impfung vornimmt, ist kein Sohn Gottes mehr. Die Pocken sind ein Gericht Gottes….die Impfung ist eine Herausforderung des Himmels“: Die Sekte des Priesters Kenneth Copeland in US-Texas predigt verbissen gegen Impfen als Gottesfrevel, bis seine ungeimpften Kinder an Masern erkranken. Überraschend ist Impfen jetzt Teil von Gottes großem Plan.

    Die Hominiden, Primaten und andere höhere Arten nutzen seit Mill. Jahren Selbstmedikation mittels Pflanzen, Heilkräutern, Tonerden usw. Die katholische Medizin heilt ohne Medikamente nur durch beten. Leiden wie AIDS, Krebs usw. kuriert man mit roten Beeten, Olivenöl und Knoblauch, Ebola heilt man bei 66% Todesrate mit Salzwasser, Hostien oder heiligem Wasser vom Priester Temitope Joshua. Die Scharlatane können Kranken zur Untersuchung nicht nahe kommen, es reicht Ferndiagnosen.

    Pfingstler Joseph Maina aus Kenia/Nairobi heilt für 24 US$ HIV und AIDS durch beten, die durch die Gnade Jesus „Geheilten“ sterben wie Eintagsfliegen. Antiretrovirale HIV-Therapien wirken gut, mit 900 US$/Jahr sind sie für Afrikaner zu teuer und schmälern die Spenden für die geldgeile RKK. Bigotte englische Prediger raten HIV Erkrankten ebenfalls auf Medikamente zu verzichten und sich nur durch Gebete zu heilen, gleichfalls mit vielen Toten als Erfolg. Die HPV Impfung schützt gegen Papillomaviren als Krebs Verursacher. Nach der Umfrage von “Freedom of Information” führen 29% englischer Schulen in 152 Bezirken aus religiösen Gründen keine HPV Impfungen an 12 – 13 jährigen Mädchen mehr durch, Krebs kann man wegbeten aber Impfen ist eine Sünde wider Gottes Gebot.

    Im Mittelalter werden Kranke zur Ader gelassen, mit schmutzigen Nadeln ins Hirn gebohrt, Krötengift, Bärengalle, Kakerlakenpaste usw. eingeflößt, bei Untersuchungen Gebärende mit Leichengift infiziert usw. Heute kurieren geldgeile Abzocker mit Weihrauch, „harmonisiertem“ Leitungswasser, Chlorbleiche, Gebeten Leiden wie HIV, Krebs, Herpes, Demenz und alles was religiösen Dumpfbacken bedrohlich klingt. Die Ärzte des BKA werben mit RKK Assistenz für den Homöopathie Experten Jeremy Sherr.

    Typisch für diese Methoden sind extreme Preise für faulen Zauber. Mit der Substanz in „homöopathischer“ Verdünnung heilt Samuel Hahnemann jedes Leiden, welche die Substanz verursacht. Wer täglich winzige Mengen Bärenscheiße frisst, der muss nie vor einem wilden Braunbären wegrennen. Beweise für Homöopathie gibt es nicht, Wer ernsthaft erkrankt, der sollte tunlichst sicher Ärzte oder Homöopathen meiden, die ihm Krankheiten nach biblischen Vorgaben wegbeten und Patienten teuer ins Grab kurieren.

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