Zwischen Exorzismus und gescheiterter Psychotherapie


Themenbild, Psychiatrie Uni Mainz, Bild: Foto: Peter Pulkowski
Für psychisch Kranke gibt es in Ländern wie Madagaskar kaum eine Behandlung. Teil 5 unserer Reportage zeigt, was es heißt, wenn der Exorzist zum besten Ansprechpartner wird.

Von Franziska BadenschierSpektrum.de

„Immer wieder kamen diese Wörter aus meinen Mund: ‚Ich mag keine Babys! Ich darf dem Kind keine Milch geben!‘ Aber die Wörter kamen nicht von mir. Ich habe nur ausgesprochen, was der Teufel mir gesagt hat.“

Gina sitzt in einer kleinen Strohhütte, anderthalb mal anderthalb Meter groß, man kann darin nicht stehen. Auf ihrem Schoß hockt Dorline und brabbelt. Dorline ist ein Jahr und acht Monate alt, Ginas zweite Tochter. Die erste, Julia, ist vier Jahre alt. „Auch nach der ersten Geburt hat der Dämon etwas mit mir gemacht“, sagt Gina. „Er hat mir den Hals zugeschnürt. Und mein Herz fühlte sich ganz komisch an.“

Teufel statt Babyblues

Ginas Eltern sitzen daneben. „Meine Tochter war verrückt“, erinnert sich der Vater. „Normalerweise ist sie ein gutes Kind, respektvoll und ruhig.“ Aber dann fing sie an zu schreien, zu weinen, zu fluchen. Und Dorline stillen wollte sie auch nicht. „Das kam nicht von meiner Tochter“, ist der Vater überzeugt, „sondern von einem Dämon“.

weiterlesen