Die Charakteristika der Realitätsverleugnung


Steven Novella, Image: RDF
Realitätsverleugnung ist real. Damit meine ich, dass Realitätsverleugnung eine definierbare intellektuelle Strategie ist, die meist dieselben gemeinsam auftretenden Merkmale aufweist. Ich schrieb vor 12 Jahren zum ersten Mal über Realitätsverleugnung, noch bevor diese Bezeichnung durch die globale Erderwärmung weithin bekannt wurde.

Von Steven NovellaRichard Dawkins-Foundation

Ich wies damals darauf hin, dass gewisse Überzeugungen meist auf denselben irrigen Argumenten beruhen – HIV-Leugnung, Kreationismus (Verleugnung der Evolution), Verleugnung des Holocausts sowie Verleugnung von Geisteskrankheiten. Aktuell würde ich noch die Verleugnung der globalen Erderwärmung und die Verleugnung der Keimtheorie (als Ursache von Krankheiten, Anm. d. Übers.) bzw. der Impfwissenschaft hinzufügen.

Damals bezeichnete ich Realitätsverleugnung als eine Unterkategorie der Pseudowissenschaft, die zwar versucht, sich zur Irreführung der Sprache des Skeptizismus zu bedienen, jedoch den eigentlichen Prozess wissenschaftlicher Skepsis scheut. Darüber hinaus befindet sich die Realitätsverleugnung aber auf derselben Skala wie der Skeptizismus, ohne eindeutige Grenzlinie (ähnlich wie bei Wissenschaft und Pseudowissenschaft). Menschen neigen auch dazu, sich selbst als Messlatte zu verwenden: Jeder, der skeptischer ist als du, ist ein Leugner; und jeder, der weniger skeptisch ist als du, ist ein wahrhaftig Glaubender.

Der Genetiker Sean B. Carroll (nicht zu verwechseln mit dem Physiker Sean M. Carroll) erstellte in seinem Buch „Die Darwin-DNA: Wie die neueste Forschung die Evolutionstheorie bestätigt“ (2008) eine Liste der seiner Meinung nach sechs Hauptkennzeichen der Realitätsverleugnung. Die Liste ist großartig, ich möchte sie im Folgenden näher ausführen:

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