Jordanische Bank muss Opfer von Selbstmordattentätern entschädigen


Hauptquartier der Arab Bank im jordanischen Amman. Foto: Jean Pierre X. Lizenz: CC BY-SA 3.0.
Das Bundesbezirksgericht von Brooklyn hat einer Klage von 297 Opfern und Hinterbliebenen von Terroranschlägen in Israel und in den Palästinensergebieten stattgegeben, die von der jordanischen Arab Bank Schadensersatz haben wollen. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig und das Geldinstitut hat bereits angekündigt, es anzufechten.

Von Peter MühlbauerTELEPOLIS

Anlass für die Klage, die das US-Außenministerium verhindern wollte, waren unter anderem Auszahlungen von Finanzprämien an die Familien von Selbstmordattentätern. Das Geld stammte von reichen Saudis, die es zuvor ausgelobt hatten – und seine Weiterleitung verstieß nach Ansicht der Brooklyner Geschworenen gegen das US-amerikanische Anti-Terror-Gesetz.

Gary Osen, der Anwalt der Kläger, hatte während seiner zwölf Jahre andauernden Recherchen für den Prozess herausgefunden, dass eine zur Hamas gehörende Organisation sogar Zeitungsanzeigen geschaltet hatte, in denen die Familien von Selbstmordattentätern aufgefordert wurden, „eine Filiale der Arab Bank an ihrem Wohnort aufzusuchen“, um sich 5316 Dollar Saudi-Prämie abzuholen. Außerdem stieß er auf die Äußerung eines Spitzenmanagers der Arab Bank, der vor der Klage öffentlich damit geprahlt hatte, die Vernichtung Israels zu unterstützen.

Rechnet man andere Zahlungen an die Terrororganisation Hamas und deren Akteure hinzu, sollen insgesamt über 70 Millionen US-Dollar geflossen sein, die nach Ansicht der Geschworenen in den Jahren zwischen 2000 und 2004 insgesamt 24 verschiedene Terroranschläge gefördert haben. Olsen hatte argumentiert, dass viele Attentate gar nicht möglich gewesen wären, wenn Banken nicht absichtlich weggesehen hätten.

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