Religiöse kämpfen gegen „Vorurteile“


(v.l.) Rolf Schieder und Wolfgang Thierse (SPD) sprachen über die Lage der Religionsgemeinschaften in der deutschen Gesellschaft Foto: pro
In der Gesellschaft wird die Rolle der Religion zunehmend in Frage gestellt. Das haben Vertreter verschiedener Glaubensrichtungen am Montag bei einer Tagung in Berlin erklärt. Muslime, Protestanten, Katholiken, Juden und Freikirchler riefen ihre Glaubensgeschwister deshalb zu mehr gesellschaftlichem Engagement auf.

pro Medienmagazin

In der Gesellschaft gären antireligiöse Vorurteile. Das erklärte der evangelische Theologe Rolf Schieder von der Humboldt-Universität zu Berlin bei der Tagung „Religion ist (nicht) Privatsache“ der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung. Die Beschneidungsdebatte vor zwei Jahren habe ein „enormes Unverständnis“ für religiöse Rituale offenbart. Es herrsche ein „grundlegendes kulturelles Unbehagen“ in Fragen des Glaubens vor. „Religionskonflikte werden zu einem Kulturkampf“, folgerte Schieder. Er kritisierte einen Mangel an religiöser Selbständigkeit in Deutschland. Der Staat kümmere sich in Form des Religionsunterrichts sogar um die religiöse Erziehung. Schieder wünscht sich deshalb eine „Selbstaktivierung der Gläubigen“.

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