Taj Hargey öffnet explizit schwulentolerante Moschee


Themenbild: Die Sultan-Ahmed-Moschee mit ihren sechs Minaretten in Istanbul, Bild. wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
In der südafrikanischen Metropole Kapstadt gibt es Moslems, seit die Niederländischen Ostindien-Kompanie ihren dort angesiedelten Bauern im 17. Jahrhundert malaiische Arbeitskräfte lieferte. Die mit einheimischen Khoe vermischten Nachkommen dieser Sklaven sprechen heute das aus dem Niederländischen entstandene Afrikaans (das sie im 18. Jahrhundert mit als erste verschriftlichten), haben aber den Islam als Religion über die Generationen hinweg beibehalten.

Von Peter MühlbauerTELEPOLIS

Am Freitag bescherte Taj Hargey vom Muslim Educational Center Oxford (MECO) diesen 166.000 Kapmalaien und den anderen in der Vier-Millionen-Einwohner-Stadt lebenden Moslems eine „offene Moschee“ im Stadtteil Wynberg, die sich in dreierlei Hinsicht von anderen islamischen Gebetshäusern unterscheidet: Dort beten Männer gemeinsam mit Frauen, Frauen dürfen vor Männern predigen und Homosexuelle sollen ebenso willkommen wie Heterosexuelle.

Wer Hargey kennt, den überrascht das nur bedingt: 2008 erregte der in Kapstadt geborene Theologe Aufsehen, als er Amina Wadud als Vorbeterin eines gemischtgeschlechtlichen Freitagsgebets in Oxford engagierte. Ein insofern mutiger Vorstoß, als die Amerikanerin in ihrer Heimat für diesen (dort bereits zuvor durchgeführten) Tabubruch Bombendrohungen hinnehmen musste.

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