Christen in Israel: Zwischen zwei Stühlen


religionenChristen haben keinen einfachen Stand in Israel. Bekommen sie von der jüdischen Gemeinschaft mehr Rechte zugesprochen, werden sie von der arabischen kritisch gemustert. Negative Folgen bleiben da nicht aus.

Von Michael BorchardThe European

Christen im Heiligen Land? Im säkularen Deutschland assoziieren da viele bedauerlicherweise nur noch eine diffuse Bilderkollage aus „Leben des Brian“, Mel Gibsons „Die Passion Christi“ und den Bildern von amerikanischen Kreuzträgern auf der Via Dolorosa in Jerusalem. Sonst nur wenig. Man mag das, was sich da in den letzten Tagen in Israel abgespielt hat, dementsprechend in Deutschland nicht vernommen haben, aber es war dennoch ein echter Paukenschlag, ein historischer Akt, den der israelische Innenminister Sa’ar, oder man muss korrekterweise sagen – Ex-Innenminister – Sa’ar in dieser Woche verkündete.

Nein, ich meine nicht seinen plötzlichen Rücktritt, sondern die Gesetzesvorlage, die er noch kurz vor seinem überraschenden Rückzug aus dem Kabinett unterzeichnet hat: Die Anerkennung der etwa 200 aramäischen Familien mit mehr als 130.000 Angehörigen in Israel als eigene nationale Gruppe. Ein Akt von großer Symbolkraft für die Christen im Heiligen Land. Bislang galten nach offizieller israelischer Lesart die Menschen, die zum Teil bis heute die Sprache sprechen, die Jesus Christus selbst gesprochen hat, als Araber. Das sind sie ab sofort nicht mehr.

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