Kirchliches Arbeitsrecht: Christliche Leere


justiz_grossDarf eine Krankenschwester Kopftuch tragen, wenn sie in einem kirchlichen Krankenhaus arbeitet? Darüber muss das Bundesarbeitsgericht entscheiden. Schon die Frage ist absurd.

Von Matthias KaufmannSpON

Es ist gut anderthalb Jahre her, da kündigte die Stadt Königswinter der katholischen Kirche. Das Verhältnis war zerrüttet, weil der Pfarrer zuvor die Leiterin des Kindergartens rausgeschmissen hatte. Sie lebte nach ihrer Trennung mit einem neuen Partner zusammen, undenkbar nach katholischer Lehre. Die Eltern der Kita-Kinder gingen auf die Barrikaden, die Pädagogin war beliebt. Am Ende entzog der Stadtrat der Kirchengemeinde die Trägerschaft für den Kindergarten.

Die Pointe kommt noch: Schnell wurde ein neuer Träger gefunden. Es war die evangelische Kirche. Unter deren Aufsicht durfte die beliebte Leiterin bleiben. Die evangelische Kirche handhabt Scheidungen nicht so rigide wie die Katholiken. Doch es wäre ein Trugschluss zu glauben, das besondere Arbeitsrecht der Kirchen in Deutschland sei allein auf die katholische Kirche beschränkt, mit ihren Weihrauchtöpfen, ihrem Zölibat, ihren luxuriösen Bischofssitzen, ihren Kinderschänderskandalen.

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