Evangelische Schulen als wichtige Impulsgeber für das gesamte Schulwesen


Bild: katholisches.info
Bild: katholisches.info
In Stuttgart hat der 6. Bundeskongress Evangelische Schule begonnen.

Logo der EKD „Das hohe Interesse an evangelischen Schulen ist ungebrochen, sie sind ein Zeichen des zivilgesellschaftlichen Engagements der evangelischen Kirche“, sagte Birgit Sendler-Koschel, die Dezernentin für Bildungsfragen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), beim 6. Bundeskongress Evangelische Schule am Montag in Stuttgart. „Evangelische Schulen sind Ausdruck unseres vielfältigen pluralistischen Schulwesens und können wichtige Impulsgeber für das gesamte Schulwesen sein“, betonte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und nordrhein-westfälische Schulministerin Sylvia Löhrmann. Noch bis Dienstag diskutieren rund 300 Expertinnen und Experten aus Bildung, Kirche und Politik im Stuttgarter ‚Haus der Wirtschaft‘ über aktuelle Fragen der Schulgestaltung wie Inklusion oder innovative Bildungskonzepte.

Die EKD-Verantwortliche für Bildungsfragen, Oberkirchenrätin Birgit Sendler-Koschel (Hannover), betonte, dass das hohe Interesse an evangelischen Schulen anhalte, gerade auch bei konfessionell nicht gebundenen Eltern und Schülern, und weitere Schulen eröffnet würden – trotz des demographischen Wandels. „Unsere Schulen tragen zur Bildungsgerechtigkeit bei. Wir wollen mit ihnen eine Region strukturell, kulturell, geistig und geistlich bereichern.“ Dafür, so ihre Forderung, sei allerdings auch eine ausreichende finanzielle und personelle Ausstattung erforderlich.

KMK-Präsidentin und NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann sagte: „Als Schulen in freier Trägerschaft leisten evangelische Schulen wertvolle pädagogische Arbeit und sind Partner bei der Weiterentwicklung des staatlichen Bildungswesens. Eine große aktuelle Herausforderung, die alle Schulen – öffentliche und private, konfessionell und nicht konfessionell gebundene Schulen – eint, ist die Umsetzung der Inklusion. Umso wichtiger ist es auch hier, sich gemeinsam auszutauschen, Netzwerkstrukturen zu bilden und vor Ort
Synergien zu schaffen.“

Die Staatssekretärin im baden-württembergischen Kultusministerium, Marion von Wartenberg, dankte den evangelischen Schulen und stellte fest, dass sich die gemeinsame Wahrnehmung der Aufgabe Bildung durch öffentliche Hand und freie Träger, darunter vor allem auch die Kirchen, bewährt habe: „Eine föderal aufgestellte, zivilgesellschaftlich Akteure einbeziehende Bildung ist auch ein Beitrag zum Funktionieren einer pluralen, freiheitlich demokratischen Grundordnung.“

Der württembergische Oberkirchenrat und Bildungsdezernent Werner Baur wies auf zahlreiche innovative, auch preisgekrönte evangelische Schulen hin: „Evangelische Schulen sind nicht per se die besseren Schulen. Sie engagieren sich für jeden einzelnen jungen Menschen in seiner Einzigartigkeit als Geschöpf Gottes. Keiner soll verloren gehen.“ Dabei sei manche evangelische Innovation längst gängige Praxis auch an staatlichen Schulen geworden, etwa das diakonische Lernen, das vom evangelischen Gymnasium in Michelbach/Bilz vor rund 20 Jahren entwickelt worden sei. „Das ‚Abitur im eigenen Takt‘, an dem unsere Mössinger Schule arbeitet, und der ‚vertikale Durchstieg‘, wie er in Baden-Württemberg durch ein Projekt unserer Evangelischen Fachschulen für Sozialpädagogik und der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg politisch erst möglich wurde, zeichnen das Engagement der Lehrkräfte an unseren Schulen aus“, so Baur. „Zuversicht und Hoffnung, Zutrauen und Vertrauen, das findet sich in den pädagogischen Konzepten und der Haltung unserer Lehrkräfte wieder.“

Auf den Öffentlichkeitsanspruch evangelischer Schulen wies der Erziehungswissenschaftlicher und Theologe Prof. Dr. Henning Schluß vom Institut für Bildungsforschung und Bildungstheorie der Universität Wien hin: „Evangelische Schulen sind ihrem Selbstverständnis nach öffentliche Schulen und nicht private Schulen – auch wenn sie schulrechtlich so eingeordnet werden.“ Evangelische Schulen müssten deshalb auf die Äußerung ihres Öffentlichkeitsanspruches besonderen Wert legen, weil sie gegen die rechtliche Zuordnung den Öffentlichkeitsanspruch inhaltlich begründen, unterlegen und leben müssen. „Deutlich wird, es gibt nicht die gute Schule, sondern gerade die Vielfalt der Konzepte macht ein gutes Bildungswesen aus.“ Das Stichwort ‚Inklusion‘, das derzeit in Deutschland für viel Unruhe sorge, sei in dieser Pluralität der Konzepte gut untergebracht, weil Pluralität realisiere, dass alle unterschiedlich sind, nicht nur so genannte ‚Behinderte‘.

Von den bundesweit insgesamt rund 1.100 Schulen in evangelischer Trägerschaft (Basiserhebung 2011) gestalten 58 % schulische Arbeit im allgemeinen und 42 % schulische Arbeit im beruflichen Bereich. Rund 2,4 Prozent aller allgemein-bildenden Schulen in Deutschland befinden sich in evangelischer Trägerschaft – die evangelischen Schulen aus dem freikirchlichen Bereich nicht mitgezählt.

Am Dienstag werden sich die rund 300 Teilnehmenden in Workshops im Stuttgarter ‚Haus der Wirtschaft‘ und an Stuttgarter Schulen über aktuelle Fragen der Schulgestaltung wie Inklusion oder innovative Bildungskonzepte informieren. Außerdem wird die internationale Dimension evangelischer Schulen diskutiert. Daran beteiligen sich der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Dr. h. c. Frank Otfried July, der Präsident der International Association for Christian Education, Dr. Wim Kuiper, sowie der Leiter der Bildungsabteilung des Rats der Evangelischen Kirchen in Rwanda, Kigali, Rev. Samuel Mutabazi. Die Predigt im Abschlussgottesdienst am 30. September (14:30 Uhr) hält die Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum 2017, Prof. Dr. Dr. h. c. Margot Käßmann.

Hannover, 29. Oktober 2014

Pressestelle der EKD
Carsten Splitt

3 Comments

  1. Religiotie (religiöse Idiotie) ist das Resultat von religiösem „Brainwash“ an Kindern, denen man Gott einbleut. Das instinktive Schutzbedürfnis von Kleinkindern wird gewaltsam auf den himmlischen Zombie und Jesus als Mutterersatz umgepolt bei geistiger Entwicklungshemmung. Christliche Erziehung bricht die natürliche Neugier der Kinder neues Wissen zu erwerben und schafft Abhängigkeit. Die Realität wird als Störfaktor negiert und als Blasphemie ausgeblendet. Neben der Intelligenzminderung durch pathologische Gehirnschäden bewirkt Religiotie eine reduzierte Intelligenz. Ähnlich extremer Inselbegabung bei Autisten verursacht die Religiotie bei gläubigen Einfaltspinseln eine pathologische Inselverarmung. Der Psychologe Franz Buggle (1933-2011 n.C.) definiert Religiotie als „partielle Schädigung des Gehirns“, die Neurologin Kathleen Taylor erklärt Religiotie als nur bedingt heilbaren Dauerschaden des Gehirns.

    Liken

  2. Da klopfen sich die Religioten wieder selber auf die Schulter und behaupten indirekt, nur die christliche Moral schafft gute Menschen

    Das sie die Geschichte und heutige Realität bei Millionen Opfern Hundertfach widerlegt hat, das will man nicht wahrnehmen

    Liken

  3. Solange Kinder, die nicht glauben, irgendwie manipuliert werden, ist das alles kein Problem.

    Liken

Kommentare sind geschlossen.