Salafismus: Wenn die Jugend in den Krieg zieht


Anhänger jubeln in Frankfurt am Main dem umstrittenen Prediger Vogel zu. Der vielfach als islamistisch eingestufte salafistische Prediger hatte zu einer Demonstration unter dem Titel „Islam – die missverstandene Religion !“ aufgerufen. picture alliance
Ein Großteil gewaltbereiter Salafisten kommt aus Nordrhein-Westfalen. Das Land hält dagegen. Es setzt auf eine Doppelstrategie aus Repression und Prävention. Doch warum ziehen junge Deutsche in den Krieg? Eine Spurensuche

Von Stefan LaurinCicero

Nirgendwo in Deutschland leben so viele Menschen muslimischen Glaubens wie in Nordrhein-Westfalen. Und nirgendwo in Deutschland ist die Bevölkerungsdichte so hoch wie in NRW. Diesen Umstand nutzen viele gewaltbereite Salafisten. Das Land hält dagegen. Es setzt auf eine Doppelstrategie aus Repression und Prävention. Neben der akuten Gefahrenabwehr werden deswegen auch Projekte unterstützt, die ein Abgleiten von muslimischen Jugendlichen in den Hass verhindern wollen.

Stadtteile wie Dinslaken-Lohberg gibt es viele im Ruhrgebiet. Die Zeche, die früher Tausenden einen Arbeits- und Ausbildungsplatz gab, ist seit 2005 geschlossen und heute ein sogenanntes Kreativquartier. Jobs gibt es seitdem so gut wie keine mehr. Auf dem Marktplatz der Siedlung lungern ein paar Trinker herum. Um die Altpapier- und Glascontainer am Rand häuft sich der Müll. Lohberg ist die Heimat einer der bekanntesten Salafistengruppen Deutschlands. Knapp zehn der mehrere Dutzend Anhänger großen Clique an militanten Gläubigen sind längst in den Irak gezogen. Einer von ihnen, Philipp B., hat im August einen Selbstmordanschlag verübt, bei dem 21 Menschen starben.

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