Tibetischer Buddhismus: Konflikt um Shugden-Kult


Foto: brightsblog
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Schon seit Jahrhunderten schwelt der Konflikt um die sogenannte Schutzgottheit Shugden im tibetischen Buddhismus. Der Dalai Lama rät von diesem Kult ab und gerät damit besonders bei den Shugden-Anhängern in Europa in die Kritik, die gegen ihn demonstrieren und ihn beschimpfen.

Von Ingrid NorbuDeutschlandfunk

„Beim Besuch verschiedener Länder treffe ich in den letzten sieben Jahren sehr häufig auf Demonstranten der Shugden-Anhänger. In England hat es angefangen, nun kommen sie auch nach Deutschland, Frankreich und Italien. Ich denke, diese Leute genießen ihre Reisen, die sie nicht selbst bezahlen müssen.“

Der Dalai Lama reagiert zunächst etwas scherzhaft auf einen Fragesteller, der ganz offensichtlich zu den Shugden-Anhängern gehörte. Wo auch immer der Dalai Lama in Europa zu Besuch ist, trifft er auf Demonstrationen von Shugden-Anhängern.

Auch der Tibeter Jangchub Gyältsen ist ein Anhänger des vom Dalai Lama abgelehnten Kultes:

„Wir skandieren zwei Forderungen an den Dalai Lama. Gib uns die Religionsfreiheit und hör auf zu lügen. Er hat gelogen, in dem er behauptet, dass unsere geistigen Lehrer dem falschen Glauben verfallen seien, und dass Shugden ein schädlicher Geist sei. Außerdem sei unser Glaube eine Irrlehre und wir keine Buddhisten; für uns sind dies alles Lügen. Deshalb fordern wir den Dalai Lama auf, nicht zu lügen.“

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