Helmut Schüller: „Der römische Zentralismus funktioniert nicht mehr“


Headquarter des Konzerns.
Headquarter des Konzerns.
Der Obmann der Pfarrerinitiative sieht die Zeit reif für Reformen und fordert eine umfangreiche Öffnung des Kommunionsempfangs.

Von Markus RohrhoferderStandard.at

STANDARD: Papst Franziskus lädt ab kommendem Sonntag zur ersten Bischofssynode in seinem Pontifikat. Ehe, Familie, Sex – thematisch betrachtet, ist es wohl eine der spannendsten Synoden der letzten Jahrzehnte. Was erwarten Sie sich?

Schüller: Mindestens erwarte ich mir eine Öffnung der ganzen Themen und Fragen. Bisher war ja die Diskussion darüber in der Kirche blockiert. Da hat man stets auf unverrückbare Lehramtsposition verwiesen. Eine neue Offenheit wäre das große Ziel dieser Bischofssynode.

STANDARD: Es hat in den letzten 50 Jahren keiner gewagt, den Staub von
den moralischen Grundwerten zu wischen. Warum sollte man jetzt plötzlich in aller Offenheit darüber sprechen?

Schüller: Weil die Zeit reif ist – und Papst Franziskus die Basis für diesen wichtigen Diskurs geschaffen hat. Es ist ja schon ein Riesenschritt vorwärts getan, wenn derzeit Kardinäle öffentlich die Rolle von wiederverheirateten Geschiedenen debattieren. So etwas hat es bisher nicht gegeben. Und sobald die Diskussion eröffnet ist, entsteht eine Eigendynamik. Und die lässt sich auch nicht mehr von einer Seite kontrollieren. Daher erwarte ich mir auch konkrete Veränderungen.

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